Paris, London, Lille: Federer – von FedEx zum «Marathon Man»
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Paris, London, LilleFederer – von FedEx zum «Marathon Man»

Roger Federer ist in Paris und will ein gutes Turnier spielen. Das Gleiche gilt für London und den Davis Cup. Doch FedEx muss auch schauen, dass er sich nicht verausgabt.

von
hua

Roger Federer hat in diesem Jahr noch die Chance, die Weltnummer 1 wieder zu erobern, die World Tour Finals zum siebten Mal zu gewinnen und sich den Davis Cup zum ersten Mal zu sichern. Der Schweizer ist nicht abgeneigt, alle drei Ziele zu realisieren und auch die Chancen dazu stehen nicht schlecht. Der Maestro nimmt dafür einen veritablen Marathon am Saisonende auf sich und gibt sich damit sozusagen gleich selbst einen neuen Übernamen: «Marathon Man». Ein Spitzname, den eigentlich schon Stan Wawrinka wegen seiner vielen episch lang dauernden Matches trägt.

Zwar hatte Federer nach seinem Sieg am ATP-1000-Turnier in Schanghai, wo er im Final Gilles Simon schlug, etwas mehr als eine Woche zur Rehabilitation, doch vor seinem Heimturnier in Basel zog es den 33-Jährigen noch auf den Sandplatz (siehe Tweet unten), um sich an die Bedingungen für den Davis-Cup-Final gegen Frankreich vorzubereiten. Dieser findet vom 21. bis 23. November in Lille eben auf Sand statt.

Da Federer auch in Basel triumphierte, zum sechsten Mal insgesamt, und danach sogleich nach Paris weiterreiste – er ist mittlerweile angekommen (siehe Tweets unten) –, kam er kaum zum Verschnaufen. Er trifft am Mittwoch in seinem ersten Match auf den Franzosen Jérémy Chardy. In Basel meinte Federer zu seinem Mammut-Programm noch, er werde dann einfach weniger trainieren und er habe zwischen den Turnieren ja zwei oder drei Tage Zeit, um zu regenerieren.

Dieser Einsatz ehrt den 17-fachen Grand-Slam-Sieger. Doch er muss schauen, dass er sich nicht zu stark verausgabt. Sonst könnte es im Hinblick auf den Davis-Cup-Final zu einem Verschleiss-Kampf kommen. Von Federer wird gegen Frankreich nichts anderes als zwei Siege im Einzel erwartet. Gut möglich, dass diese für einen Triumph notwendig sein werden, da Stan Wawrinka derzeit keine Konstanz an den Tag legt. Der Romand hat drei Erstrunden-Niederlagen in Folge zu verzeichnen. Das muss am Selbstvertrauen nagen. Wawrinka trifft in seiner ersten Partie in Paris auf den Österreicher Dominic Thiem.

Sollte Federer das Turnier in der französischen Hauptstadt gewinnen, hätte er vor den World Tour Finals in London immerhin noch eine Woche Pause. Würde ihm aber auch dort ein Turnier-Sieg gelingen, hätte er noch fünf Tage Regeneration bis zum grossen Showdown in Lille. Alle seine Ziele zu realisieren, wäre also eine Parforce-Leistung, die nur wenigen Tennis-Stars gelingen kann. Doch wenn man es jemandem zutraut, dann Rekordmann Federer.

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