Mentalcoach Markus Müller: «Federer würde ein Mentaltrainer gut tun»
Aktualisiert

Mentalcoach Markus Müller«Federer würde ein Mentaltrainer gut tun»

Die Niederlagen von Roger Federer gegen Gegner mit grossen Namen mehren sich. Kommt die ehemalige Weltnummer 1 selbst wieder aus diesem Loch oder braucht er externe Hilfe? Ein Experte glaubt nicht, dass er es alleine schafft.

von
Herbie Egli

Roger Federer hat seit über einem halben Jahr keinen grossen Gegner mehr bezwungen. Jüngstes Beispiel ist die Dreisatz-Niederlage beim ATP-Turnier in Rom gegen den Serben Novak Djokovic. Neben Djokovic beisst sich Roger Federer aber vor allem auch am Briten Andy Murray die Zähne aus.

«Mentale Blockade muss überwunden werden»

Nimmt man die letzten fünf Spiele von Roger Federer gegen sogenannt grosse Gegner unter die Lupe, fällt vor allem etwas auf: Der Schweizer gewinnt meist den ersten Satz, muss am Schluss dann aber doch dem Gegner zum Sieg gratulieren. Dies war bei den letzten beiden Duellen mit Djokovic so und von drei Spielen gegen Murray auch deren zwei Mal der Fall. Solche Niederlagen können gefährliche Auswirkungen haben, bestätigt Mentalcoach Markus Müller gegenüber 20 Minuten Online: «Dies könnte eine mentale Blockade geben, die überwunden werden muss.»

Ob die Weltnummer 2 wegen dieser Konstellation eine mentale Blockade hat, wurde von ihm nie bestätigt. Er vertraut gerne sich selbst und seinem engsten Umfeld. Mentalcoach Müller zweifelt aber daran, ob dies allein genügt: «Meiner Meinung nach würde Roger Federer ein Mentaltrainer gut tun. Auch aufgrund der mentalen Landkarte.» Roger Federer hat in seiner Karriere aber schon oft bewiesen, dass er sich aus unangenehmen Situationen selbst befreien kann.

Letzter Grosser Sieg ein halbes Jahr zurück

Dass Federer Gegner mit grossen Namen schlagen kann, ist schon eine Weile her. Im Herbst 2008 schlug er im Final des US Open Murray in drei Sätzen mit 6:2, 7:5 und 6:2. Es war der fünfte Triumph in Folge für Federer in Flushing Meadows - der letzte aber bei einem Grand-Slam-Turnier. Danach konnte der 27-Jährige nur noch sein Heimturnier in Basel gewinnen.

Die letzten fünf «Grossen» Niederlagen von Roger Federer:

April 2009, ATP-Turnier Rom

Halbfinal gegen Novak Djokovic 6:4, 3:6 und 3:6 verloren.

März 2009, ATP-Turnier Miami

Halbfinal gegen Novak Djokovic 6:3, 2:6 und 3:6 verloren.

März 2009, ATP-Turnier Indian Wells

Halbfinal gegen Andy Murray 3:6, 6:4 und 1:6 verloren.

Februar 2009, Australian Open

Final gegen Rafael Nadal 5:7, 6:3, 6:7, 6:3 und 2:6 verloren.

Januar 2009, ATP-Turnier Doha

Halbfinal gegen Andy Murray 7:6, 2:6 und 2:6 verloren.

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