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Die Verletzungen des Tennis-StarsFederers Ärger mit den verflixten Knien

Lange blieb der Maestro von Verletzungen verschont, dann meldete sich der Rücken. Doch nun ist es wieder ein Knie, das Roger Federer lange ausser Gefecht setzt – eine Übersicht seiner Verletzungspausen.

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Forfait fürs Australian Open: Roger Federer kann am ersten Grand Slam des Jahres 2021 nicht mitmachen.

Forfait fürs Australian Open: Roger Federer kann am ersten Grand Slam des Jahres 2021 nicht mitmachen.

Bilder: Imago
Den Schweizer Tennis-Star plagen immer mehr Verletzungen. 

Den Schweizer Tennis-Star plagen immer mehr Verletzungen.

Zu Beginn war es vor allem der Rücken, der Federer zu schaffen machte.

Zu Beginn war es vor allem der Rücken, der Federer zu schaffen machte.

Darum gehts

  • Roger Federer verpasst das Australian Open

  • Er dürfte in Dubai wieder an den Start gehen

  • Lange kam der Tennis-Star ungeschoren von Verletzungen davon

  • Dann galt der Rücken als Achillesferse – dieser ist nun endgültig abgelöst

Die enttäuschende Nachricht verbreitet sich mitten in der Schweizer Nacht. Kurz nach Mitternacht Schweizer Zeit kommunizierte Roger Federers Manager Tony Godsick, dass Federer an den Australian Open 2021 nicht teilnehmen werde – obwohl sie etwas nach hinten verschoben wurden. Bereits an den Sports Awards liess der Baselbieter durchsickern, dass es eng werden könnte mit dem ersten Grand Slam des Jahres. Erst im November hatte er begonnen, um Punkte zu spielen – und offenbar will er nur in Australien antreten, wenn er reelle Chancen auf den Sieg hat.

Also verzögert sich das Comeback des Tennis-Stars weiter. Seit Februar zwingt ihn sein rechtes Knie zur Pause. Galt der Maestro lange als nahezu unzerbrechlich, häufen sich in den letzten Jahren seine Beschwerden. Zuerst war es noch der Rücken, der als seine Achillesferse galt. Mittlerweile ist Federer froh, wenn es «nur» der Rücken ist. Eine Auflistung, welche Körperstellen Federer am meisten zu schaffen machten.

Rücken

Erstmals sichtbar wurden seine Rückenschmerzen schon 2003, als er in Wimbledon Schmerztabletten schlucken musste. Offenbar halb so wild, schliesslich gewann er danach den ersten seiner acht Wimbledon-Titel. Schmerzhafter wird es gegen Ende des Jahres, als er zweimal früh ausschied (Basel und Paris-Bercy). Doch es sollte fünf weitere Jahre dauern, bis Federer erstmals wegen einer Verletzung Forfait geben muss: In Paris-Bercy kann er Ende Oktober 2008 nicht zum Viertelfinal antreten – die Rückenschmerzen sind zu stark. Kurz drauf versucht er sich beim Masters Cup (heute ATP-Finals), scheidet dort aber in einer Gruppe mit Andy Murray, Gilles Simon und Radek Stepanek aus.

Richtig problematisch werden die Rückenbeschwerden allerdings im Jahr 2013: Er scheidet in Wimbledon bereits in der 2. Runde aus, später kann er sich in Gstaad kaum bewegen, verliert dort sogar in der 1. Runde. Problematisch war vor allem, dass er die Signale seines Körpers ignorierte, Trainer und Racket wechselte, sich aber keine Pause gönnte. Ein Jahr später muss Federer das Endspiel der ATP-Finals gegen Djokovic sausen lassen – dafür schafft er es, für den Davis-Cup-Final fit zu werden, und holt an Stan Wawrinkas Seite gegen Frankreich den Titel.

Linkes Knie

Im Jahr, in dem der Rücken im Fokus stand, war aber eine andere Verletzung entscheidend dafür, dass Federer die Saison abbrechen musste: Eine dumme Bewegung im Badezimmer und zack, war der Meniskus gerissen. Nach dem Australian Open 2016 liess er sich am linken Knie operieren, fiel fast zwei Monate aus. Und weil das instabile Knie zu noch mehr Rückenproblemen führte und er in Wimbledon wieder Knieschmerzen verspürte, brach er nach seinem Lieblingsturnier auf Rasen die Saison ab. Es begannen die Zeiten, in denen er froh war, wenn «nur» der Rücken schmerzte, nicht aber sein Knie. Nun wurde er von den meisten Experten endgültig abgeschrieben, doch der mittlerweile 20-fache Grand-Slam-Champion kam gross zurück. Am Australian Open 2017 holte er auf wundersame Art und Weise seinen 18. Major-Titel.

Das Comeback gekrönt: Roger Federer gewinnt den Final an den Australian Open.

Video: SRF/Tamedia

Adduktoren

Während dieses grossen Triumphs hatte Federer übrigens erstmals sichtliche Adduktorenprobleme. Vor dem 5. Satz des Halbfinals gegen Stan Wawrinka musste er sich behandeln lassen, einige Fans und Experten sprachen gar von einem fiesen Trick. Doch eben diese Schmerzen in der Leistengegend melden sich dann wieder bei den Australian Open, drei Jahre später. Im Viertelfinal muss er sich gegen Tennys Sandgren behandeln lassen. Zwar gewinnt er diesen Match, scheidet im Halbfinal gegen Novak Djokovic allerdings nach drei Sätzen aus.

Rechtes Knie

Nun ist es also das rechte Knie, das ihn zu einer längeren Verletzungspause zwingt. Bis zu seiner Rückkehr, die Mitte Februar in Dubai, Federers Zweitwohnsitz, geplant ist, hat er rund ein Jahr pausiert. Kumuliert mit den sieben Monaten, die ihn sein linkes Knie ausser Gefecht gesetzt hatte, ist es verständlich, dass Federer mittlerweile froh ist, wenn «nur» sein Rücken zwickt.

Pfeiffersches Drüsenfieber

Übrigens, erstmals richtig mit gesundheitlichen Problemen hatte er schon viel früher zu kämpfen. Damals, Anfang des Jahres 2008, als die Tenniswelt erschrak, weil Federer den Australian-Open-Halbfinal gegen einen 20-jährigen Aussenseiter namens Novak Djokovic verlor. Fünf Wochen später flog er in der ersten Runde von Dubai gegen den jungen Andy Murray (ebenfalls 20) raus. Schon war von einer Krise die Rede, bis Federer enthüllte: Er litt wohl schon seit Dezember an Pfeifferschem Drüsenfieber. Obwohl er vergleichsweise billig davonkam – viele Sportler fallen mindestens ein halbes Jahr deswegen aus –, schrieben einige Medien schon davon, dass der jahrelange Dominator an einem Scheideweg seiner Karriere stehen könnte. Damals war Roger Federer 26 Jahre alt – es folgten acht Grand-Slam-Titel und eine Olympia-Goldmedaille.

(fas)

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46 Kommentare
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Fritz Huber

29.12.2020, 16:07

Verschont uns endlich mit diesem Federer !!!!

OSGF

28.12.2020, 13:56

Man kann noch so erfolgreich sein im Leben und Milliarden besitzen. Wenn man nicht auf die Rufe seines Körpers hört, muss man im späteren Alter eben halt die Rechnung dafür bezahlen.

Anna Domina

28.12.2020, 13:15

Bei mir ist es das Ohr.