Aktualisiert 31.10.2011 15:11

Vor der HaustüreFederers Auftritte in Basel

Roger Federer nimmt zum 12. Mal an seinem Heimturnier in Basel teil. Die Weltnummer 4 aus der Schweiz hat dabei seinen 5. Titel im Visier.

von
Herbie Egli

Roger Federer und sein Heimturnier, die Swiss Indoors in Basel: Das war seit seiner Kindheit eine Liebesbeziehung. Der sportliche Erfolg stellte sich jedoch erst spät ein. In jungen Jahren war der Baselbieter bei den Swiss Indoors als Balljunge tätig. Auch wenn er noch nicht selbst auf dem Platz mitspielen durfte, er stand seinen Idolen schon sehr nah. 1998 konnte Federer dann aktiv ins Geschehen eingreifen.

Vor dreizehn Jahren hatte Federer seinen ersten grossen Auftritt in der Basler St. Jakobshalle. Gegner in der 1. Runde war ein gewisser Amerikaner namens Andre Agassi. Der Lokalmatador musste im Alter von 17 Jahren aber Lehrgeld bezahlen. Federer verlor das Spiel in 55 Minuten und zwei Sätzen mit 3:6 und 2:6. Dennoch gab es schon damals Lob vom Gegner. «Er hat ein paar Mal sein Talent und ein gutes Gespür fürs Spiel bewiesen», sagte Agassi nach dem Spiel. Federer blieb die nüchterne Erkenntnis, dass er permanent am Rennen gewesen sei.

Das Herantasten an den Final

Bei seiner zweiten Swiss-Indoors-Teilnahme 1999 überstand Federer die Startrunde. Im Viertelfinal scheiterte der Publikumsliebling aber am Briten Tim Henman (3:6, 5:7). Wieder nur ein Jahr später klappte es dann mit der ersten Final-Teilnahme. Den Pokal in die Höhe stemmen durfte aber nicht Federer, sondern der Schwede Thomas Enqvist, der den aufstrebenden Schweizer erst nach fünf Sätzen mit 2:6, 6:4, 6:7, 6:1 und 1:6 bezwang. Auch im Jahr 2001 stand Federer im Endspiel. Wieder reichte es nicht zum Titel. Diesen musste er in drei Sätzen (3:6, 4:6, 2:6) Tim Henman überlassen.

Der Rückfall und die Absagen

In den darauffolgenden Jahren wurde es mit dem ersten Gewinn des Heimturniers für Federer immer noch nichts. 2002 scheiterte der Basler im Halbfinal am Argentinier David Nalbandian (7:6, 5:7, 3:6) und ein Jahr später bereits im Achtelfinal am Kroaten Ivan Ljubicic (6:7, 7:6, 4:6). Noch schlimmer traf es den Lokalmatador und das Publikum in den Jahren 2003 und 2004. Federer musste beide Male verletzungsbedingt forfait geben. Zuerst wegen einem Muskelfaserriss, den er im Training vor dem Auftaktspiel erlitten hatte, ein Jahr später wegen einem Bänderriss.

Das Aufschnaufen und die Serie

2006 konnte Federer in Basel wieder mitmachen und erreichte gleich das Endspiel. In diesem bezwang der Publikumsliebling den Chilenen Fernando Gonzalez in drei Sätzen 6;3, 6:2 und 7:6. Der erste Sieg beim Heimturnier war endlich geschafft. Die Halle tobte und die Balljungen bekamen vom Gewinner höchst persönlich Pizza spendiert. 2007 und 2008 schaffte Federer die Turniersiege zwei und drei an den Swiss Indoors. Er schlug im Final jeweils Jarkko Nieminen aus Finnland und David Nalbandian aus Argentinien mit 6:3 und 6:4.

2009 stand Federer wieder im Endspiel, musste sich aber dem Serben Novak Djokovic in drei Sätzen (4:6, 6:4, 2:6) geschlagen geben. Auch letztes Jahr lautete die Final-Begegnung so. Der Gewinner hiess jedoch anders. Federer bezwang seinen Widersacher 6;4, 3:6 und 6:1. Er ist mit vier Titeln damit der erfolgreichste Spieler der Swiss Indoors.

Federers Traumschlag gegen Andy Roddick in Basel im Jahr 2002.

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