Stargast: Federers Mutter spricht über Rogers Erziehung
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StargastFederers Mutter spricht über Rogers Erziehung

Für einmal steht nicht Roger Federer im Mittelpunkt, sondern seine Mutter: Lynette Federer erzählt an einem Podium über die Elternrolle im Spitzensport.

Lynette Federer war in Lausanne Stargast einer Podiumsdiskussion zum diffizilen Thema der Rolle der Eltern im Spitzensport. Die wichtigste Botschaft der Mutter von Roger Federer: «Das Kind muss mit Herz und Seele dabei sein!»

An einer von Swiss Tennis organisierten Podiumsdiskussion für Eltern und Kaderjunioren im Rahmen der Junioren-SM waren am Dienstagabend neben Lynette Federer Jacques Teichmann, Vater der knapp 16-jährigen Kaderjuniorin Jil Teichmann, Alessandro Greco, Leiter Spitzensport Swiss Tennis, und Nachwuchschef Yves Allegro zugegen. Ebenfalls anwesend waren Sportförderer und Syntax-Gründer Peter Kuratli sowie Matthias Kamber, Direktor Antidoping Schweiz. Per Videobotschaft dabei waren die aktuellen Spitzenspieler Roger Federer, Marco Chiudinelli und Stefanie Vögele.

«Wir haben eine gute Mischung gefunden»

Roger Federer brachte es in seiner Videobotschaft auf den Punkt: «Meine Eltern wussten, dass der Coach der Experte ist und entscheidet.» Seine Mutter Lynette bestätigte: «Ich denke, wir haben eine gute Mischung gefunden zwischen Freiraum und Kontrolle.» Letztlich sei es das Kind, das «mit Herz und Seele» dabei sein müsse. Vielleicht am wichtigsten: «Roger traf den Entscheid, mit 14 Jahren nach Ecublens zu ziehen, wo er die Sprache nicht konnte und nicht wusste, was ihn erwartet. Es war wichtig, dass der Entschluss von ihm kam.» Greco und Allegro sind sich allerdings bewusst, dass jeder Fall individuell ist. «Aber oft sind Eltern als Coaches nicht gesund, auch nicht für die Beziehung zu den Kindern.»

Eine wichtige Botschaft von Federer und Teichmann: Ihre Kinder wuchsen polysportiv auf. «Es gibt natürlich viele Wege», betonte Allegro. «Aber wenn jemand schon mit 8 Jahren 20 Stunden Tennis spielt pro Woche, ist er mit 15 oder 20 wahrscheinlich ausgebrannt.» Im Fernsehen sehe man jeweils nur die Erfolgsstorys, daneben gebe es aber unzählige Fälle, wo es schief ging. (si)

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