Beim Marzili in Bern: Federn nicht gestutzt – Pelikane ausgebüxt
Aktualisiert

Beim Marzili in BernFedern nicht gestutzt – Pelikane ausgebüxt

Zwei Pelikane aus dem Berner Tierpark Dählhölzi nahmen Reissaus. Die Sanitätspolizei musste die Vögel aus der Aare fischen.

von
Patricia Shams

Der Wind als Fluchthelfer: Eine Böe verhalf gestern zwei Pelikanen aus dem Dählhölzli in die Freiheit. Die Tiere segelten über die Köpfe der verblüfften Tierpark-Besucher davon und landeten auf Höhe Marzilibad auf der Aare. Einer der beiden liess sich bis zur Matte treiben. Weil sich Pelikane Flüsse und insbesondere Schwellen nicht gewohnt sind, hätte er in Not geraten können – die Sanitätspolizei musste zur Rettung ausrücken. «Wir spielten Wasser-Taxi für die Tierpfleger», sagte Einsatzleiter Thomas Rohrbach. Mit einem Netz konnten die beiden Abenteurer auf Freigang wieder eingefangen werden. Tierpark-Direktor Bernd Schildger ist erleichtert: «Weil es in der Aare nicht genügend Fische hat, könnten die Pelikane dort nicht überleben.»

Mehrere Ausbrecher pro Jahr

Die Flucht der beiden Ausbrecher ist kein Einzelfall: Etwa zwei Mal pro Jahr büxen Pelikane aus dem Berner Tierpark aus. «Manchmal wachsen die Federn schneller nach als gedacht und es gelingt nicht, sie rechtzeitig zu stutzen», erklärte Schildger. Der richtige Zeitpunkt sei schwierig abzuschätzen. Für die Pelikane sei dieser Vorgang nicht schmerzhaft. Die beiden Ausreisser eiferten übrigens einem Kollegen nach, der bereits vorgestern das Weite gesucht hatte. «Die drei können sich nun gegenseitig von ihren Abenteuern erzählen», so Schildger.

Deine Meinung