Drohungen gegen Berset: Fedpol warnt Corona-Skeptiker wegen Drohposts
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Drohungen gegen BersetFedpol warnt Corona-Skeptiker wegen Drohposts

Die Posts eines Internet-Drohers gingen dem Bundesamt für Polizei zu weit. Es schickte ihm einen Brief. Dieser tauchte nun im Messenger-Dienst Telegram auf.

von
Christian Köppel
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Wurde auf Facebook bedroht: Bundesrat Alain Berset. (Archivbild) 

Wurde auf Facebook bedroht: Bundesrat Alain Berset. (Archivbild)

20min / Michael Scherrer
Das Fedpol hat auf die Drohungen reagiert.

Das Fedpol hat auf die Drohungen reagiert.

20min/Michael Scherrer
Der Warnbrief des Fedpol ist auf dem Messenger-Dienst Telegram aufgetaucht.

Der Warnbrief des Fedpol ist auf dem Messenger-Dienst Telegram aufgetaucht.

20min / Michael Scherrer

Darum gehts

  • «Alain du läbsch gföhrlich» und «Irgendwann sehen wir uns Marionette Berset» postete ein Corona-Skeptiker auf Facebook.

  • Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) schickte dem Internet-Droher eine Warnung.

  • Dieser Brief landete auf dem Messenger-Dienst Telegram.

Ein Corona-Skeptiker, der im Internet Drohungen gegen Bundesrat Alain Berset gepostet hat, erhielt Post vom Bundesamt für Polizei (Fedpol). «Ihre Posts im Zusammenhang mit Bundesrat Berset» heisst es im Betreff des Schreibens vom 20. Januar 2021, das dem «Blick» vorliegt.

Darin wird ein Vorfall vom Januar erwähnt: «Am 18.1.2021 hat Fedpol von Ihren Facebook-Posts vom 15.1.2021 um 13.03 und 13.04 Uhr an Bundesrat Alain Berset Kenntnis erhalten», heisst es im Brief. Darin werden die Posts zitiert: «Alain du läbsch gföhrlich» und «Irgendwann sehen wir uns Marionette Berset».

1200 Meldungen im Jahr 2020

Fedpol weiter: Man sei sich bewusst, dass die Corona-Situation belastend sei. Aber: «Ihre Bemerkungen können als ehrverletzend und als Üble Nachrede eingestuft werden. Sollten wir Kenntnis von weiteren solchen Kommentaren und/oder strafbaren Handlungen bekommen, behalten wir uns vor, rechtliche Schritte gegen Sie zu prüfen.»

Fedpol-Sprecher Florian Näf bestätigt gegenüber dem «Blick» das Vorgehen. «Das Thema beschäftigt uns stark», sagt er. Je länger die Krise dauere, desto mehr Unmutsbekundungen und Drohungen gebe es gegen Bundesräte, Ämter und Parlamentarier. 2020 gingen beim Bundesamt für Polizei 1200 Meldungen ein, 2019 waren es noch 250.

Der erwähnte Brief landete laut der Zeitung in Corona-Skeptiker-Kanälen auf dem Messenger-Dienst Telegram mit dem Vermerk «Ich glaubs nit».

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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