Impfdurchbrüche – Fehlende Drittimpfung fordert erste Opfer

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ImpfdurchbrücheFehlende Drittimpfung fordert erste Opfer

Der Bund verzögert die Zulassung der Booster-Impfung, obwohl die Todeszahl bei den Geimpften steigt. Expertinnen und Experten und Angehörige klagen an.

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Seit Anfang September häufen sich in der Schweiz die Impfdurchbrüche: Corona-Patient auf einer Intensivstation. (Archivbild)

Seit Anfang September häufen sich in der Schweiz die Impfdurchbrüche: Corona-Patient auf einer Intensivstation. (Archivbild)

20min/Marvin Ancian
Alice Schmidli-Amrein erhielt am 29. Dezember 2020 ihre erste Dosis des Pfizer-Impfstoffs. Heute, neun Monate später, ist sie tot, gestorben an Covid-19.

Alice Schmidli-Amrein erhielt am 29. Dezember 2020 ihre erste Dosis des Pfizer-Impfstoffs. Heute, neun Monate später, ist sie tot, gestorben an Covid-19.

Screenshot Tele1
Deshalb fordern nun Expertinnen und Experten und Angehörige die Booster-Impfung.

Deshalb fordern nun Expertinnen und Experten und Angehörige die Booster-Impfung.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Der Bund zögert bei der Zulassung der dritten Corona-Impfung.

  • Obwohl es zu immer mehr Impfdurchbrüchen kommt – zum Teil mit Todesfolge.

  • Deshalb stösst die Haltung des BAG bei Expertinnen und Experten und Angehörigen auf Unverständnis.

Eine TV-Kamera hielt den Moment fest, als Alice Schmidli-Amrein im Dezember 2020 in Kriens LU die erste Dosis des Impfstoffs von Pfizer/Biontech erhielt. Heute, neun Monate später, ist sie tot, gestorben an Covid-19. «Hätte meine Mutter eine Booster-Impfung bekommen, wäre sie jetzt noch am Leben», sagt ihr Sohn Jack Schmidli in der «SonntagsZeitung» und beruft sich dabei auf Daten aus Ländern wie Israel, wo Pfizer-Geimpfte nach sechs Monaten einen Booster-Shot erhielten.

Tatsächlich häufen sich in der Schweiz seit Anfang September die Impfdurchbrüche: 40 Personen verstarben trotz Impfschutz mit Pfizer/Biontech, zwölf trotz jenes mit Moderna. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum starben 144 Menschen an Covid-19, die nicht geimpft waren. Doch während die meisten Nachbarländer inzwischen älteren Personen eine Drittimpfung empfehlen, zögern gemäss der Zeitung die Schweizer Behörden: «Ob und für wen eine Auffrischimpfung allenfalls notwendig wäre, steht zum heutigen Zeitpunkt noch nicht fest», heisst es beim Bundesamt für Gesundheit.

Diese Haltung stösst zunehmend auf Unverständnis. Ex-Taskforce-Mitglied Dominique de Quervain schrieb diese Woche: «Die wissenschaftliche Evidenz für den Nutzen der Booster-Impfung kann von der Schweizer Impfbehörde kaum länger ignoriert werden.» Der Infektiologe Huldrych Günthard vom Unispital Zürich sagte vor einer Woche in der «SonntagsZeitung: «Ich verstehe wirklich nicht, worauf wir noch warten. Die Daten sind eindeutig, vor allem bei den älteren Leuten, die zuerst geimpft wurden.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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(chk)

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