Landwirtschaft: Fehlende Kartoffeln befürchtet
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LandwirtschaftFehlende Kartoffeln befürchtet

Die Produzenten rechnen dieses Jahr mit einer viel zu kleinen Kartoffelernte. 58 000 Tonnen dürften demnach fehlen.

Obwohl die Bauern mehr Geld für die Kartoffeln erhalten, wird keine höhere Produktion erwartet. Der Verband der Schweizerischen Kartoffelproduzenten (VSKP) rechnet dieses Jahr mit einer Gesamtkartoffelernte von 408 300 Tonnen.

Das sind 16,6 Prozent weniger als im Vorjahr, wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) schreibt. Oder 58 000 Tonnen Kartoffeln zu wenig für dieses Jahr. Wie VSKP-Präsident Ruedi Fischer zitiert wird, sank die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr um 600 Hektaren. «Ein Trend, der schon seit Jahren anhält», sagte Fischer.

Das knappe Angebot führt zu höheren Kartoffelpreisen. Im Schnitt erhalten die Produzenten seit Anfang September pro 100 Kilogramm drei Franken mehr. Fischer sprach von einem Schritt in die richtige Richtung, verwies aber auch auf die stetig gestiegenen Produktionskosten. Bereits in den nächsten Wochen fänden deshalb mit den Abnehmern erste Verhandlungen um die nächstjährigen Preise statt.

Weil das Schweizer Angebot nicht mit der steigenden Nachfrage Schritt halten kann, werden Importe nötig sein. Wie Ernst König, Geschäftsführer der Branchenorganisation Swisspatat in der «Bauern Zeitung» schreibt, werden alle Beteiligten mit diesen erhöhten Importmengen leben lernen müssen. «Gefragt sind hier Strategien, mit denen die Verarbeiter, Gross- und Detailhändler ihre Bedürfnisse optimal decken können, ohne damit die Inlandproduktion zu konkurrenzieren.»

Angesichts sinkender Flächen, zunehmender witterungsbedingter Ertragsausfälle und gleichzeitig auslaufender Bundesfinanzierung stellt sich für König zudem die Frage, ob sich die Schweiz auch weiterhin eine so grosse Sortenvielfalt leisten könne und solle. (dapd)

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