Fehlende Lokführer bringen SBB aus dem Takt

Aktualisiert

Fehlende Lokführer bringen SBB aus dem Takt

Die SBB geraten nicht nur wegen technischer Defekte oder anderer Betriebsstörungen aus dem Takt, sondern auch wegen Lokführer, die nicht rechtzeitig auf dem Führerstand sind.

Pro Tag dürfte durchschnittlich ein Personenzug der SBB nicht rechtzeitig losfahren, weil der Lokführer nicht dort ist, wie SBB-Sprecher Roland Binz zu einem Bericht der «SonntagsZeitung» bestätigte. Die Gründe dafür seien vielfältig und nicht auf eine Personalknappheit bei den Lokführern zurückzuführen. Häufigste Ursache seien Verspätungen des vorherigen Zuges, weil die Lokführer in ihrem Dienst mehrmals von der einen auf die andere Lok wechselten. Es komme aber auch vor, dass sich ein Lokführer krank melde oder aus einem anderen Grund kurzfristig verhindert sei, so dass nicht rechtzeitig ein Ersatz organisiert werden könne. Möglich sei auch, dass ein Lokführer auf Grund einer Fehldisposition bei der kurzfristigen Planung fehle; dies komme allerdings höchstens einmal pro Woche vor. Binz wies im weiteren darauf hin, dass täglich insgesamt 6500 SBB-Personenzüge unterwegs seien, von denen durchschnittlich etwa knapp fünf Prozent, also rund 325 Züge verspätet verkehrten. Lediglich einer dieser Züge - also 0,3 Prozent - verkehre wegen eines verspäteten Lokführers zu spät. Hauptursache dafür, dass die SBB aus dem Takt geraten, sind laut SBB Verspätungen aus dem Ausland, technische Defekte bei Infrastruktur oder Rollmaterial sowie andersweitig verursachte Betriebsstörungen wie Autos auf Schienen, Personenunfälle oder umgestürzte Bäume. (dapd)

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