Zentralschweiz: Fehlender Schnee zwingt Skigebiete zu Alternativen
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ZentralschweizFehlender Schnee zwingt Skigebiete zu Alternativen

An Skifahren ist momentan in den meisten Schneesportgebieten gerade nicht zu denken: Der Schnee fehlt. In einigen Gebieten denkt man bereits über Kurzarbeit nach.

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kat/gwa
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Am 1. Januar 2015 lag viel Schnee und die Sonne schien. Solche Verhältnisse würden einige Bergbahnen aus der Misere retten.

Am 1. Januar 2015 lag viel Schnee und die Sonne schien. Solche Verhältnisse würden einige Bergbahnen aus der Misere retten.

Keystone/Jean-christophe Bott
Stoosbahnen
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Kurz vor Weihnachten zeigten die Webcam-Bildern der Stoosbahnen die Folgen des warmen Wetters: Der Schnee fehlt. Damit trotzdem ein paar Gäste den Weg ins Skigebiet finden, hat sich Morschach-Stoos Tourimus ein Alternativprogramm ausgedacht.

Stoosbahnen
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Der fehlende Schnee hat noch keine weitreichenden Konsequenzen: «Obwohl die Situation für uns nicht ideal ist, pendelt sich die wetterbedingte Umsatzeinbusse während der Saison wieder ein», so Ivan Steiner, Leiter Marketing der Stoosbahnen.

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Für Wintersportler und Schneefans, die sich an den letzten Tagen auf die Skipisten stürzten wollten, war es schwierig ein Gebiet zu finden, dass genug Schnee hatte. Die meisten Skilifte stehen still. Das bringt Schneesportgebiete in Bedrängnis: «Wir haben bereits von Wintersportanbietern aus einer Skiregion Gesuche erhalten, die sich gezwungen sehen Kurzarbeitsentschädigung für ihre Arbeitnehmenden geltend zu machen», so Hubert Helbling, Vorsteher des Amtes für Arbeit in Schwyz. Der Schneemangel bringt die Skigebiete jedoch aber auch auf Alternativideen.

«Frau Holle lässt uns in diesem Jahr besonders lange auf Schnee warten und zwingt uns für den Moment zu aussergewöhnlichen Massnahmen», steht auf der Website der Stoosbahnen. Der Schnee fehlt. Damit trotzdem ein paar Gäste den Weg in das Skigebiet finden hat sich der Morschach-Stoos Tourismus ein Alternativprogramm ausgedacht. So können alle Übernachtungsgäste kostenlos ins Kino oder über einen kleinen Trail Schneeschuhlaufen.

«Wir warten sehnlichst auf Schnee»

«Obwohl die Situation für uns nicht ideal ist, pendelt sich die wetterbedingte Umsatzeinbusse während der Saison wieder ein», so Ivan Steiner, Leiter Marketing der Stoosbahnen. Zudem habe der Winter auch schon andere Jahre auf sich warten lassen: «Es ist nicht das erste Mal, an dem es grüne Weihnachten gab», so Steiner. Trotzdem gilt: Je mehr Schnee desto besser. Steiner bleibt optimistisch: «Nach Weihnachten sieht es zum Glück besser mit den Schneeverhältnissen aus.»

Akut ist die Situation auch im Sörenberg: «Wir warten sehnlichst auf Schnee», sagt Tourismusdirektorin Carolina Rüegg. Mit grossem Effort sei es gestern gelungen, eine 3 Kilometer lange Schlittelpiste zu öffnen. Damit die Besucher trotzdem auf ihre Kosten kommen, habe man ein Alternativprogramm auf die Beine gestellt: So können Saisonkartenbesitzer etwa bis zum Skibetrieb gratis ins Hallenbad. «Die Besucher haben Verständnis für die Situation», sagt Rüegg. Trotzdem bleibt die Situation angespannt: «Wir werden uns sicher mit dem Thema Kurzarbeit beschäftigen», so Rüegg.

Höher gelegene Gebiete haben keine Probleme

Auch im Gebiet Sattel-Hochstuckli beschäftigt man sich bei den Skiliften mit dem Thema Kurzarbeit. «Der Skibetrieb ist derzeit nicht möglich, deswegen stecken wir aber den Kopf nicht in den Sand», sagt Geschäftsführer Simon Zobrist. Die Betreiber bieten etwa den «Holle-Streik-Hit» an: Eine Berg- und Talfahrt mit der Gondelbahn inklusive Mittagessen und einem Besuch der 374 Meter langen Hängebrücke. Zobrist ist sich sicher, dass der Winter bald kommen wird: «Sobald es die Schneeverhältnisse zulassen, geht der Betrieb los», sagt er.

Ganz anders ist die Situation auf dem Titlis in Engelberg: «Ich war gerade am Sonntag auf der Piste bei uns – es war einfach traumhaft», so Peter Reinle, Leiter Marketing der Titlis Bergbahnen. «Nicht in jedem Skigebiet herrscht Schneemangel – im Gegenteil: In den meisten Skigebieten über 2'000 Meter hat es genug Schnee», so Reinle.

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