Aktualisiert 07.04.2020 07:18

F/A-18-Tragödie beim Susten

Fehler bei Flugsicherung führte wohl zu Absturz

Im August 2016 ist in der Region Susten ein Kampfjet abgestürzt. Der Pilot kam ums Leben. Laut der Untersuchung soll eine falsche Höhenangabe dazu geführt haben.

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Ein Fehler bei der Flugsicherung in Meiringen soll zum F/A-18-Absturz geführt haben.

Ein Fehler bei der Flugsicherung in Meiringen soll zum F/A-18-Absturz geführt haben.

Skyguide
An diesem Berggrat im Sustengebiet zerschellte der Kampfjet.

An diesem Berggrat im Sustengebiet zerschellte der Kampfjet.

kein Anbieter/Fritz Lehmann
Die Skyguide hat dem Piloten eine Flughöhe von 3050 Metern angegeben – nötig wären aber 4360 Meter gewesen.

Die Skyguide hat dem Piloten eine Flughöhe von 3050 Metern angegeben – nötig wären aber 4360 Meter gewesen.

kein Anbieter/Fritz Lehmann

Mutmasslich eine fehlerhafte Höhenangabe des Flugverkehrsleiters hat am 29. August 2016 den Absturz einer F/A-18 in der Region Sustenpass verursacht. Gegen den Flugverkehrsleiter sowie den zweiten Piloten der Patrouille ist nun eine Voruntersuchung eingeleitet worden.

Der Unfall ereignete sich im Rahmen eines Kampfflugtrainings. Bei der Kollision der F/A-18 der Schweizer Luftwaffe mit der westlichen Bergflanke des Hinter Tierberg in der Region Sustenpass war der Pilot ums Leben gekommen. Das Flugzeug wurde durch den heftigen Aufprall vollständig zerstört.

Radarkontakt verloren

Die Untersuchungsrichter seien zum Schluss gekommen, dass der später verunfallte Pilot in der Startphase der Zweierpatrouille auf dem Militärflugplatz Meiringen den Radarkontakt zum vorausfliegenden Piloten (Leader) verloren habe, teilte die Schweizerische Militärjustiz am Dienstag weiter mit.

So nahm der später verunfallte Pilot Kontakt mit dem Flugverkehrsleiter von Meiringen auf, um weitere Instruktion zu erhalten. Dieser gab ihm die Anweisung, auf eine Flughöhe von 10'000 Fuss (3048 m ü.M.) aufzusteigen. Der Pilot führte diese Anweisungen aus. 58 Sekunden nach diesem letzten Funkverkehr kollidierte der Pilot auf einer Höhe von 3319 m ü.M. mit dem Berg.

Mindestflughöhe nicht eingehalten

Gemäss den geltenden Vorschriften beträgt die Mindestflughöhe für das Instrumentenflugverfahren im Luftraum, in dem sich der Unfall ereignete, 15'000 Fuss (4572 m ü.M.). Der Flugverkehrsleiter habe somit dem Piloten mutmasslich eine zu tiefe Flughöhe angegeben, heisst es in der Medienmitteilung der Militärjustiz.

Zusätzliche Faktoren technischer Natur könnten für den Unfall ebenfalls mitursächlich sein. Eine weitere Ursache für den Flugunfall könnte sein, dass der Leader die Standardvorgaben für den Steigflug nicht vollständig beachtete.

Verdacht auf fahrlässige Tötung

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse bestehe ein Anfangsverdacht gegen den Flugverkehrsleiter von Skyguide auf fahrlässige Tötung sowie der Störung des öffentlichen Verkehrs, schreibt die Militärjustiz. Die konkrete Prüfung, ob die genannten Tatbestände erfüllt seien, habe im Rahmen der Voruntersuchungen zu erfolgen. Für die Beschuldigten gelte die Unschuldsvermutung, stellt die Militärjustiz fest. (sda)

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