Kreuzlingen TG: Fehler in ID – Frau muss um ihren Namen kämpfen
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Kreuzlingen TGFehler in ID – Frau muss um ihren Namen kämpfen

Das hat sich Gerda Casagrande anders vorgestellt, als sie ihre ID erneuerte: Nicht nur das Ablaufdatum, sondern auch ihr Name wurde geändert. Die Berichtigung kostet sie 250 Franken.

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sav/viv
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Dreissig Jahre lang trug eine in Kreuzlingen TG wohnhafte Schweizerin den Namen Gerda Casagrande.

Dreissig Jahre lang trug eine in Kreuzlingen TG wohnhafte Schweizerin den Namen Gerda Casagrande.

sav
Im Sommer 2016 kam es aber wie aus dem Nichts zu einer unverhofften Änderung ihres Familiennamens. Sie sei im System als Casagranda registriert. So stehe es in einen Primärregistereintrag aus dem Jahre 1915.

Im Sommer 2016 kam es aber wie aus dem Nichts zu einer unverhofften Änderung ihres Familiennamens. Sie sei im System als Casagranda registriert. So stehe es in einen Primärregistereintrag aus dem Jahre 1915.

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Für die gebürtige Deutsche eine Unverschämtheit: «Alle Dokumente meines Mannes waren mit Casagrande beschriftet. So stand der Name im Familienbüchlein», so Gerda Casagrande.

Für die gebürtige Deutsche eine Unverschämtheit: «Alle Dokumente meines Mannes waren mit Casagrande beschriftet. So stand der Name im Familienbüchlein», so Gerda Casagrande.

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Dreissig Jahre lang trug eine in Kreuzlingen TG wohnhafte Schweizerin den Namen Gerda Casagrande. Im Sommer 2016 jedoch kam es zu einer unverhofften Änderung ihres Familiennamens. Kurioser Grund: Als sie damals ihre Identitätskarte verlängerte, endete ihr Name plötzlich auf -a: Casagranda sollte sie laut Behörden neu heissen.

Ein Systemfehler?

Sie sei im System als Casagranda registriert, wurde der verdutzten 79-Jährigen mitgeteilt. So stehe es in einem Primärregistereintrag aus dem Jahre 1915 von Karl Casagranda, dem Vater des verstorbenen Mannes von Gerda Casagrande. Für die gebürtige Deutsche eine Unverschämtheit und vor allem ein klarer Systemfehler: «Alle Dokumente meines Mannes waren mit Casagrande beschriftet. So stand der Name im Familienbüchlein und so steht er auch auf den Grabsteinen seiner Vorfahren», berichtet sie gegenüber der «Thurgauer Zeitung». «Irgendwann vor hundert Jahren muss sich mal einer verschrieben haben», fährt die Witwe fort.

Fast eineinhalb Jahre kämpfte sie in der Folge beim Zivilstandsamt Schwyz und dem Kreuzlinger Einwohneramt darum, ihren richtigen Namen zurück zu bekommen. Doch die Behörden stellten sich quer. Eine Berichtigung wurde klar abgelehnt. Das sorgte für reichlich Probleme: Unter anderem bekam sie eine Mahnung vom Steueramt, weil ihre Dateien unter dem Namen Casagranda nicht gefunden wurden. «Es war ein rieses Theater um diesen einen Buchstaben», so die 79-Jährige.

250 Franken für ein «e»

Die Mahnung habe das Fass schlussendlich zum Überlaufen gebracht. «Mir wurde klar, dass ich die Sache selbst in die Hand nehmen muss», sagt sie. Also zog die Seniorin ihre letzte Option: Eine offizielle Namensänderung. Ihr Antrag im Frühjahr 2018 brachte den gewünschten Erfolg: Das kantonale Departement für Justiz und Sicherheit hat diese Ende September genehmigt.

Fader Nachgeschmack: Für die kuriose Änderung musste die Schweizerin 250 Franken zahlen. «Es ist ärgerlich, aber ich bin erleichtert, dass ich endlich meinen normalen Namen wieder habe», so Gerda Casagrande.

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