Nach heftiger Kritik und Petition - «Fehlinterpretiert» – Berner Tierpark entfernt Gewehr-Attrappe bei Steinböcken
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Nach heftiger Kritik und Petition«Fehlinterpretiert» – Berner Tierpark entfernt Gewehr-Attrappe bei Steinböcken

Der Tierpark Dählhölzli reagiert auf die Kritik an einem installierten Fake-Gewehr beim Steinbock-Gehege – und fühlt sich dabei vollkommen missverstanden.

von
Lara Hofer
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Im Tierpark Bern konnten Besucherinnen und Besucher mit einer Gewehr-Attrappe auf Steinböcke zielen. Für den Schweizer Tierschutz (STS) ist die Installation der Vorrichtung jedoch «fragwürdig».

Im Tierpark Bern konnten Besucherinnen und Besucher mit einer Gewehr-Attrappe auf Steinböcke zielen. Für den Schweizer Tierschutz (STS) ist die Installation der Vorrichtung jedoch «fragwürdig».

Twitter/LeCoinPerformer37
Auch auf Social Media erntet das Projekt ebenfalls viel Kritik. Nun hat der Tierpark reagiert – und die Gewehr-Attrappe entfernt. 

Auch auf Social Media erntet das Projekt ebenfalls viel Kritik. Nun hat der Tierpark reagiert – und die Gewehr-Attrappe entfernt.

Beat Mathys/Tamedia AG
Der Tierpark spricht von einem Missverständnis. Die Attrappe sei fehlinterpretiert worden und sollte lediglich die Geschichte, inklusive tragischer Ausrottung und Wiederansiedlung, der Steinböcke aufzeigen.

Der Tierpark spricht von einem Missverständnis. Die Attrappe sei fehlinterpretiert worden und sollte lediglich die Geschichte, inklusive tragischer Ausrottung und Wiederansiedlung, der Steinböcke aufzeigen.

Beat Mathys/Tamedia AG

Darum gehts

  • Eine Gewehr-Attrape im Tierpark Dählhölzli, mit der auf Steinböcke gezielt werden konnte, löste kürzlich heftige Diskussionen.

  • Auf Social Media sowie von Tierschutzorganisationen erntete die Vorrichtung scharfe Kritik.

  • Nun hat der Tierpark die Attrappe entfernt.

  • Das zeitkritische Ausstellungsobjekt sei nicht verstanden und fehlinterpretiert worden.

Es handle sich um ein spielerisches Abschiessen: Auf einem Besucherweg im Berner Tierpark Dählhölzli wurde von den Betreibern eine Gewehr-Attrappe montiert, mit der Besucherinnen und Besucher auf die Steinböcke zielen konnten. Doch die Vorrichtung stiess sofort auf scharfe Kritik. In den sozialen Medien zeigten sich Tierliebhaber empört. Auch der Schweizer Tierschutz (STS) war wenig begeistert ob der Vorrichtung und bezeichnete sie als fragwürdig: «Im schlechtesten Fall fördert das ‹spielerische Abknallen› den Jagdinstinkt und das Abschiessen wird zum banalen Vergnügen».

Die Tierrechtsorganisation «Animal Rights Switzerland» lancierte kurzum eine Petition für die Entfernung des Gewehrs. Innert 24 Stunden wurde sie von mehr als 1500 Personen unterzeichnet, wie Co-Geschäftsführerin Céline Schlegel gegenüber «Nau» mitteilt.

«Fehlinterpretiert» – Tierpark entfernt Gewehr

Nun hat der Tierpark reagiert und die Gewehr-Attrappe wieder entfernt. Einsicht liegt jedoch wenig vor – der Tierpark spricht von einem völligen Missverständnis: «Wir mussten feststellen, dass das zeitkritische Ausstellungsobjekt, die Gewehrattrappe als Symbol für die Ausrottung des Steinbocks, nicht verstanden und damit fehlinterpretiert wird», heisst es in einer Stellungnahme, die dem Nachrichtenportal vorliegt. Man sei sich der Kontroverse um das Gewehr durchaus bewusst gewesen, doch: «Es ist Teil unseres Bildungsauftrags, dass die traurige Geschichte der Ausrottung und die schöne Geschichte der Wiederansiedlung der Steinböcke richtig und mit allen wichtigen Details erzählt, wie auch optisch dargestellt und damit erlebbar wird.»

Am Ende zögerte der Tierpark aber nicht mit der Entfernung der Gewehr-Attrappe – vor allem aus Angst vor möglichen Beschädigungen, wie es auf der Website heisst. «Da sich die Attrappe im öffentlichen Teil des Dählhölzli befindet und somit 24 Stunden zugänglich ist, wird – um unsere Anlagen und Tiere vor einem möglichen Schaden zu schützen – die Gewehrattrappe entfernt.»

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