Aktualisiert 07.12.2010 13:05

25 Jahre Kultserie

Feiern Sie in der «Lindenstrasse»

Am Wochenende feiert die Lindenstrasse ihr 25-jähriges Jubiläum. Das tut sie mit einer Sonderfolge und einer «Langen kultnacht», die kein echter Fan verpassen darf.

Mit einer Sonderfolge und einer «Langen Kultnacht» ehrt die ARD am Samstag eines seiner Aushängeschilder, die Dauerserie «Lindenstrasse».

Zunächst schwelgen Hans Beimer und seine Ex-Fau Helga (Joachim Hermann Luger, Marie-Luise Marjan) ab 23.15 Uhr in Erinnerungen und fragen sich, was wohl heute aus ihrem Sohn Benny (Christian Kahrmann) geworden wäre, der schon in Folge 520 bei einem Busunglück starb.

Anschliessend führen Christine Westermann und Götz Alsmann drei Stunden lang im Serien-Restaurant «Akropolis» durch das erste Vierteljahrhundert der «Lindenstrasse».

Nach inzwischen 1306 Folgen sieht «Lindenstrassen»-Erfinder und Produzent Hans W. Geissendörfer die zunächst verheerenden Kritiken nach der Premiere am 8. Dezember 1985 inzwischen gelassen: «Die Kritiker haben uns zerrissen, aber wir hatten von Anfang an eine sehr starke Resonanz der Zuschauer.»

In den folgenden Jahren sorgte die Serie mit dem ersten deutschen Fernsehkuss zweier Männer, aber auch mit Themen wie Sterbehilfe, Rechtsextremismus oder dem Umgang mit Behinderten immer wieder für Diskussionsstoff.

Geissendörfer spielt das «Lindenstrassen»-Lied

Bei der Aufzeichnung zur Kultnacht in Köln machte Geissendörfer seinem Ruf als fränkischer Grantler alle Ehre, indem er der verdutzten Christine Westermann bescheinigte, ihm dumme Fragen zu stellen. Schliesslich wurde der 69-Jährige doch milder gestimmt: «In den vergangenen 25 Jahren habe ich gelernt, auch mal den besseren Argumenten nachzugeben.»

Weitere 25 Jahre «Lindenstrasse» - wie beim englischen Vorbild 'Coronation Street' - seien nicht ausgeschlossen. Das grösste Lob für ihn sei, dass zwölf Schauspieler der ersten Folge immer noch dabei sind, betont Geissendörfer, um anschliessend die Titelmelodie der Sendung gekonnt auf der Mundharmonika zu interpretieren.

Neben ehemaligen und aktuellen Bewohnern der «Lindenstrasse» gratulieren auch Politiker. Während Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit die «Lindenstrasse» «einfach Klasse» findet, gesteht Bundesfamilienministerin Kristina Schröder: «Ein Freund hatte mir das 'Lindenstrassen'-Wahlplakat 'Wählt Gung' besorgt und ich hängte es stolz in meiner Studentenbude auf.»

Sie verpasse kaum eine Folge der Serie. Allerdings bedauere sie, dass es derzeit unter den Bewohnern der «Lindenstrasse» keine sympathischen CDU/CSU-Parteigänger gibt.

Folgenreicher Einsatz einer Geflügelschere

Ansonsten kommen in der Kultnacht vor allem die treuen Fans auf ihre Kosten. Ausgiebig werden die grässlichsten Bademäntel der Serie präsentiert, aber auch Mutter Beimers schlüpfrigste Dialogzeile und die schönsten Versprecher.

Auch an die zahlreichen Verbrechen in der fiktiven Münchener Vorstadtstrasse wird erinnert. Dabei fehlt auch nicht die Geflügelschere, mit der Mary (Liz Baffoe) einst Olaf Kling (Franz Rampelmann) entmannte.

Manche Enthüllung aus dem Innenleben der Serie geriet auch recht ernüchternd. So beschrieb Andrea Spatzek alias Gabi Zenker ihre gemeinsamen Bettszenen mit dem späteren Film- und TV-Star Til Schweiger als gerade mal «putzig». (sda)

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