Untersuchung im Militär: Feldweibel soll Rekrutin missbraucht haben
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Untersuchung im MilitärFeldweibel soll Rekrutin missbraucht haben

In der Kaserne Romont FR fuhr am Ostersamstag die Heerespolizei vor. Grund sind Missbrauchsvorwürfe gegen einen Vorgesetzten.

von
cho
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Bei der Kaserne Drognens...

Bei der Kaserne Drognens...

Keystone/Salvatore di Nolfi
... stand am Samstag die Militärpolizei auf Platz.

... stand am Samstag die Militärpolizei auf Platz.

Keystone/Georgios Kefalas
«Ein Feldweibel wird beschuldigt, eine Rekrutin missbraucht zu haben», sagt ein Leser-Reporter.

«Ein Feldweibel wird beschuldigt, eine Rekrutin missbraucht zu haben», sagt ein Leser-Reporter.

Keystone/Christian Beutler

«Die Rekruten sind erschüttert», sagt ein Leser-Reporter gegenüber 20 Minuten. Er berichtet, wie am Samstagabend die Heerespolizei in der in der Kaserne in Romont FR erschien. «Ein Feldweibel wird beschuldigt, eine Rekrutin missbraucht zu haben», so der Leser-Reporter, der anonym bleiben will. Beim Opfer handle es sich um eine 21-Jährige Motorfahrer-Rekrutin aus dem Aargau. «Er gab ihr den Auftrag, ihn in ein Depot zu fahren. Dort kam es dann zum sexuellen Übergriff.»

Armee-Sprecher Daniel Reist bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass in Romont seit Samstag eine Militäruntersuchung im Gange ist, weil eine Armeeangehörige einen sexuellen Übergriff gemeldet habe. «Die Anschuldigung steht im Raum. Der betroffene Feldweibel sagt, dass es einvernehmlich geschehen sei. Die Rekrutin bestreitet dies.» Die Militärjustiz habe sich des Falls nun angenommen. «Der höheren Unteroffizier wurde einvernommen. Er leistet derzeit weiterhin Dienst, jedoch an einem anderen Ort. Auch die Rekrutin ist derzeit noch im Dienst.»

Bereits negativ aufgefallen?

Laut dem Leser-Reporter soll der Feldweibel bereits in

der Vergangenheit negativ aufgefallen sein: «Es heisst, er sei mehrmals unangemeldet in die Räume der Rekrutinnen geplatzt. Das gab bereits zu reden.»

Seit dem Vorfall ginge es den Rekruten der betroffenen Kompanie schlecht: «Wegen des Lockdowns sind diese jungen Leute seit vier Wochen kaserniert.» Sie würden nun versuchen in Gesprächen das Geschehene aufzuarbeiten. «Die Rekruten wurden ermahnt, nichts dürfe nach aussen dringen», so der Leser-Reporter.

Bald nach Hause

Sprecher Daniel Reist versteht, dass die Lage für Angehörige der Armee derzeit nicht leicht ist. Manche würden stärker darunter leiden, dass sie seit langem nicht mehr nach Hause konnten, jedoch nicht alle. Die Situation würde sich aber langsam normalisieren: «Mit der Ankündigung, dass es bald einen Urlaub geben soll, sehen viele bereits das Licht am Ende des Tunnels.» Die Rekruten sollen schon bald gestaffelt in einen zweitägigen Urlaub dürfen. Und auch die vielen aufgebotenen Militärs dürften wohl schon bald unter gewissen Auflagen nach Hause: «Weil die schlimmsten Covid-19-Szenarien nicht eintrafen, werden nicht alle von ihnen gebraucht.» Denkbar sei etwa, dass sie zu Hause auf Pikett seien.

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