Von wegen Feierlaune: Felix Baumgartner lässt Arboner hängen
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Von wegen FeierlauneFelix Baumgartner lässt Arboner hängen

Felix Baumgartner flog schneller als der Schall. Doch seither hat er keine Eile mehr: Vier Monate wartet Arbon bereits auf eine Antwort ihres prominenten Einwohners. Dabei will die Stadt ihn nur feiern.

von
hal

«Ich liebe diesen Ort», schrieb Felix Baumgartner nach seinem Umzug nach Arbon im Frühling 2012 auf Facebook. So weit her scheint es mit der Verbundenheit zum Städtchen am Bodensee aber nicht zu sein: Der Extremsportler lässt die Gemeinde zappeln und ignoriert seit Oktober alle Anfragen.

Zu befürchten hat er nichts. Arbon will für seinen Helden lediglich einen kleinen Apéro oder ein kurzes Podiumsgespräch veranstalten. Doch seit Baumgartner mit seinem Wahnsinns-Sprung am 14. Oktober 2012 die Schallmauer durchbrach und zum Star geworden ist, hat er offenbar keine Zeit mehr.

Enttäuschung trotz Verständnis

Dabei liess Arbon nichts unversucht: «Wir schrieben ihm ein E-Mail, luden ihn mit einem Gratulationsschreiben ein und versuchten es auf seinem Handy», sagt die Kommunikationsverantwortliche Monique Trummer. Selbst über Leute, die Baumgartner persönlich kennen, und über seinen Sponsor Red Bull schaffte es die Stadt nicht, an den Rekordspringer heranzukommen. «Ein bisschen enttäuscht sind wir schon», bestätigt Trummer einen Bericht der «Thurgauer Zeitung».

Baumgartners Sprung aus der Stratosphäre

Arbon hat zwar Verständnis dafür, dass der Österreicher seit seinem Stratosphärensprung ein sehr gefragter Mann ist und würde es auch respektieren, wenn er seine Ruhe haben will. «Trotzdem hätten wir uns über eine kurze Kontaktaufnahme gefreut», so Trummer.

Auch Arbon kann schweigen

Richtig böse kann man dem Österreicher dennoch nicht sein. Immerhin ist der 14'000-Seelen-Ort wegen des Rekordspringers zur Zeit wohl bekannter als je zuvor. So war Arbon im Herbst weltweit in den Medien. Oe24.at tobte deshalb: «Schweizer wollen uns Felix stehlen».

Zudem dürfte der Grossverdiener Baumgartner ein guter Steuerzahler sein. Zumindest gab er selbst zu, primär wegen des Geldes in die Schweiz gezogen zu sein. In dieser Angelegenheit macht es die Stadt Arbon aber gleich wie Baumgartner: Sie gibt keine Antwort.

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