Aktualisiert

DauerregenFels könnte sieben Betriebe platt walzen

Das Tessin erwartet heftige Niederschläge. In Preonzo wurden vorsorglich sieben Industriebetriebe evakuiert wegen eines angekündigten Felssturzes.

Der Fels oberhalb des Dorfes Preonzo, aufgenommen am 5. Oktober 2006. Der Fels hatte sich damals infolge heftiger Regenfälle innerhalb eines Tages um zwei Millimeter verschoben.

Der Fels oberhalb des Dorfes Preonzo, aufgenommen am 5. Oktober 2006. Der Fels hatte sich damals infolge heftiger Regenfälle innerhalb eines Tages um zwei Millimeter verschoben.

Für Dienstag und Mittwoch ist auf der Alpensüdseite viel Regen angesagt. Dass bis zu 700 000 Kubikmeter Geröll mit rund 180 km/h ins Tal donnern werden, gilt als sicher. Die Frage ist nur: wann? Geologen gehen davon aus, dass sich der Felssturz bis spätestens im Jahr 2019 ereignen wird.

Seit Beginn der 1990er Jahre wird die Zone des so genannten «Valegion» in Prenzo bei Bellinzona mit Sensoren überwacht. Nach den Regenfällen vom vergangenen Sonntag kam es zu grösseren Bewegungen.

Derzeit verschiebe sich der Fels rund einen Zentimeter pro Tag, sagte Roland David, der Chef des Tessiner Forstamtes, am Montag gegenüber der Radiotelevisione svizzera di lingua italiana.

Keine Gefahr für Autobahn

Wegen des drohenden Felssturzes haben die Behörden die Industriezone am Montag räumen lassen. Ab Dienstagmorgen sind dort bis auf weiteres jegliche Aktivitäten untersagt. Der nahen Autobahn A2 droht angeblich keine Gefahr.

Letztmals wurde die Industriezone des 545-Einwohner-Dorfes Preonzo im Mai 2002 evakuiert. Damals stürzten schliesslich 150 000 Kubikmeter Geröll ins Tal, ohne allerdings grösseren Schaden anzurichten.

Das Damoklesschwert eines Felssturzes hängt seit Jahrhunderten über Preonzo. 1725 wurde das Dorf verschüttet; 17 Menschen kamen damals ums Leben. Heute liegt der Dorfkern jedoch nicht mehr im Gefahrenbereich.

Seit diesem Frühjahr ist eine Arbeitsgruppe damit beschäftigt, eine Räumung der Industriezone in die Wege zu leiten. Bis im Juli soll der Kantonsregierung ein entsprechender Plan unterbreitet werden. Die Industriebetriebe sollen an sicherere Standorte verlegt werden. (sda)

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