Drama auf dem Mayon: «Felsbrocken so gross wie Autos»
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Drama auf dem Mayon«Felsbrocken so gross wie Autos»

Nach dem Vulkanausbruch auf den Philippinen suchen Spezialisten nach den fünf getöteten Bergsteigern. Ein Vermisster konnte lebend gerettet werden. Überlebende berichten vom Unglück.

von
dga

Diese Überlebenden hatten Glück. <i>(Video: Reuters)</i>

Nach der tödlichen Explosion am Vulkan Mayon auf den Philippinen haben Spezialisten am Mittwoch mit der Bergung der fünf getöteten Bergsteiger begonnen. Darunter waren drei Deutsche sowie eine in Deutschland lebende Spanierin und ein einheimischer Bergführer (20 Minuten berichtete).

Elf weitere Bergsteiger wurden durch herabstürzende Gesteinsbrocken verletzt. «Der Himmel war klar, das Wetter war gut - das alles kam vollkommen unerwartet», beschreibt ein philippinischer Bergführer den Moment kurz vor der Katastrophe. Als der Vulkan plötzlich ausbrach, sei eine Bergsteigergruppe gerade eine Schlucht entlanggegangen. «Wir duckten uns alle und dann haben die Gesteinsbrocken uns plötzlich erfasst.»

Sie seien ganz langsam und vorsichtig gegangen, weil dichter Nebel herrschte, sagte der verletzte Bergführer Kenneth Jesalva, der mit den Deutschen unterwegs war, der Zeitung «Philippine Star». Er habe ausweichen können, seine Gäste nicht. «Man muss sich vorstellen: Die Geröllbrocken waren teils so gross wie ein Auto und kamen den Hang runter.»

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Glück für Thailänder

Grosses Glück hatte der als vermisst gegoltene Thailänder Boonchai Jattuporngong. Der 35-jährige Bergsteiger wurde am Mittwoch etwa einen Kilometer vom Krater entfernt entdeckt, sagte ein Mitarbeiter der Rettungsdienste. Der Bergsteiger sei geschwächt und habe sich einen Arm gebrochen, doch sonst sei sein Zustand stabil.

Insgesamt befanden sich zum Zeitpunkt der Explosion 27 Kletterer auf dem Vulkan. Zwölf wurden verletzt gerettet. Die Kletterer sind nach einer Dampfgasexplosion im Krater des fast 2500 Meter hohen Vulkans von Geröll erschlagen worden. Sie waren am Dienstagmorgen schon beim Abstieg, als sich der Wasserdampf plötzlich einen Weg durch das Gestein sprengte.

Am Mayon herrscht zur Zeit Hochsaison. Knapp 30 Bergsteiger waren auf dem Weg zum 2500 Meter hohen Gipfel. Er ist ein beliebtes Touristenziel und berühmt, weil er einen fast symmetrischen Kegel hat. Bei der Eruption am Dienstag schoss eine 500 Meter hohe Aschefontäne in die Luft. Wenige Stunden später liessen die Vulkanaktivitäten wieder gänzlich nach. Der Mayon ist seit 1616 etwa fünfzig Mal ausgebrochen, das letzte Mal im Juli 2006. Damals mussten mehr als 30'000 Menschen in der Umgebung ihre Häuser verlassen

An den Hängen dieses Vulkans auf den Philippinen spielte sich die Tragödie ab:

(dga/sda)

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