Aktualisiert 24.05.2007 14:29

Felssturz-Gefahr im Bündnerland

Im Kanton Graubünden droht schon wieder ein Felssturz. Geologen erwarten, dass ab nächster Woche beim Steinbruch von Arvigo im südlichen Calancatal 200 000 bis 300 000 Kubikmeter Gestein ins Tal donnern könnten.

Starke Felsbewegungen erhöhten die Gefahr eines grösseren Abbruchs in den letzten Tagen, wie das Bündner Tiefbauamt am Donnerstag mitteilte. Der Felssturz im Südtal mit einem Volumen von bis zu 300 Einfamilienhäusern wäre um 20 bis 30 Mal grösser als jener, mit dem am Flimserstein oberhalb von Flims gerechnet wird.

Das Siedlungsgebiet des Dorfes Arvigo wäre laut Amtsangaben von einem Absturz nicht betroffen. Die Hauptmasse des Gesteins dürfte im Steinbruch sowie im Wald südlich davon auf den Boden schlagen. Es wird jedoch erwartet, dass die kantonale Verbindungsstrasse im Tal teilweise verschüttet werden könnte.

Da keine Umfahrungsmöglichkeit besteht, wären bei einem Felsabbruch ein halbes Dutzend Gemeinden vorübergehend nicht mehr mit dem Auto erreichbar. Ein Überwachungs- und Alarmdispositiv sollen einstweilen die Sicherheit auf der Calancastrasse und im Steinbruch gewährleisten.

Die Situation wird von Fachleuten des kantonalen Tiefbauamtes sowie dem Steinbruch-Betreiber rund um die Uhr beobachtet. Reto Knuchel, Chef des kantonalen Strassenunterhalts, glaubt, dass die Calancastrasse rechzeitig gesperrt werden kann. Ein Felssturz zeichne sich ab durch einen stets zunehmenden Steinschlag, sagte er auf Anfrage.

(sda)

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