Tessin: Felssturz kommt - aber nicht diese Woche
Aktualisiert

TessinFelssturz kommt - aber nicht diese Woche

Die Industriezone von Preonzo bleibt wegen Felssturzgefahr noch bis Donnerstag gesperrt. Dass demnächst 700 000 Kubikmeter Geröll ins Tal stürzen, ist aber eher unwahrscheinlich. Denn bisher waren die Regenfälle noch harmlos.

Der Fels in Preonzo rutscht. Hier ein Bild aus dem Jahr 2006, als heftiger Regen den Hang um zwei Millimeter verschoben hat.

Der Fels in Preonzo rutscht. Hier ein Bild aus dem Jahr 2006, als heftiger Regen den Hang um zwei Millimeter verschoben hat.

Der Fels oberhalb von Preonzo bei Bellinzona habe sich zuletzt um einen Millimeter pro drei Stunden bewegt, sagte der Tessiner Kantonsgeologe Giorgio Valenti am Dienstag.

Wasser sei der Motor, der die Gesteinsbrocken Richtung Tal treibe. Die aktuellen Mengen seien aber zu gering, dass die Masse Fahrt aufnehme. Derzeit sei die Situation nicht besorgniserregend.

Bis Donnerstag gesperrt

Vorsichtshalber bleibt die Zone unterhalb des «Valegion» aber noch bis Donnerstag gesperrt. Sieben Industriebetriebe waren am Montag evakuiert worden. Der Dorfkern von Preonzo und die Autobahn A2 hingegen liegen ausserhalb des Gefahrenbereiches.

Den Firmen wiederum ist klar, dass sie in der Industriezone von Preonzo keine Zukunft haben. Seit diesem Frühjahr ist eine Arbeitsgruppe damit beschäftigt, eine Räumung der Gegend in die Wege zu leiten.

Bis im Juni soll der Tessiner Kantonsregierung ein entsprechender Plan unterbreitet werden. Die Industriebetriebe sollen an sicherere Standorte verlegt werden.

Früher oder später donnern die Massen ins Tal

Denn die Geologen rechnen damit, dass die 700 000 Kubikmeter Geröll früher oder später mit rund 180 km/h ins Tal donnern werden. Das Ereignis soll bis spätestens im Jahr 2019 eintreffen.

Seit Beginn der 1990er Jahre wird die Zone mit Sensoren überwacht. Nach Regenfällen kam es jeweils zu grösseren Bewegungen.

Letztmals wurde die Industriezone des 545-Einwohner-Dorfes Preonzo im Mai 2002 evakuiert. Damals stürzten schliesslich 150 000 Kubikmeter Geröll ins Tal, allerdings ohne grösseren Schaden anzurichten. (sda)

Deine Meinung