Spanien lässt Touristen erst ab Juli rein

Dürfen und können wir während der Covid-19-Krise in die Ferien fahren - und wenn ja, wohin überhaupt? Was im Corona-Sommer geht und was nicht, können Sie hier nachlesen.

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Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa soll ihr Streckennetz ab Juni weiter ausbauen.

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa soll ihr Streckennetz ab Juni weiter ausbauen.

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Der Corona-Hotspot Spanien will erst im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. «Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden», sagt Ministerpräsident Pedro Sánchez. «Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen werden und auch, dass sie keine Risiken für uns verursachen», erklärte der sozialistische Politiker.

Der Corona-Hotspot Spanien will erst im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. «Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden», sagt Ministerpräsident Pedro Sánchez. «Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen werden und auch, dass sie keine Risiken für uns verursachen», erklärte der sozialistische Politiker.

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Die britische Regierung führt vom 8. Juni an eine zweiwöchige Quarantäne für alle Reisenden ein, die in das Land kommen.

Die britische Regierung führt vom 8. Juni an eine zweiwöchige Quarantäne für alle Reisenden ein, die in das Land kommen.

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Montag, 25.5.2020

Keine Quarantäne

Ausländer können nach Angaben von Spaniens Tourismusministerin Reyes Maroto wohl ab Juli wieder in dem Land Urlaub machen. Eine Pflicht zur zweiwöchigen Selbst-Quarantäne dürfte bis dahin voraussichtlich aufgehoben sein, sagt sie dem Radiosender Onda Cero. Es sei daher «stimmig», einen Spanien-Sommerurlaub für Juli zu planen.

Samstag, 23.5.2020

Spanien lässt Touristen erst im Juli rein

Der Corona-Hotspot Spanien will erst im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. «Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden», sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag in einer Rede an die Nation. «Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen werden und auch, dass sie keine Risiken für uns verursachen», erklärte der sozialistische Politiker.

Mit seiner Ankündigung machte Sánchez Hoffnungen auf eine frühere Wiederaufnahme des Tourismus zunichte. Diese waren jüngst gewachsen, nachdem ein anderer Corona-Brennpunkt, Italien, die Grenzöffnung für Touristen ab dem 3. Juni angekündigt hatte.

Freitag, 22.5.2020

Quarantäne für Grossbritannien-Reisende

Die britische Regierung führt vom 8. Juni an eine zweiwöchige Quarantäne für alle Reisenden ein, die in das Land kommen. Das sagte Innenministerin Priti Patel am Freitag bei einer Pressekonferenz in London. Damit solle verhindert werden, dass Coronavirus-Infektionen von aussen eingeschleppt würden und eine zweite Ausbruchswelle auslösten, so die konservative Politikerin.

Einreisende müssen künftig an der Grenze ihre Adress- und Kontaktdaten hinterlassen. Wer sich nicht an die 14-tägige Selbstisolation hält, muss mit einem Bussgeld von 1000 Pfund (rund 1185 Franken) rechnen, hiess es in einer Mitteilung der Regierung. Die Quarantäne soll für alle Einreisenden gelten, ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft. Ausgenommen sind nur wenige Berufsgruppen wie Lastwagenfahrer und Erntehelfer sowie Reisende aus Irland, der Isle of Man und den Kanalinseln.

Der Verband der britischen Fluggesellschaften Airlines UK hatte bereits vor Wochen vor einer solchen Massnahme gewarnt. Ohne zeitliche Befristung mache eine solche Quarantänepflicht «eine bereits schwierige Situation schlimmer für die britische Luftfahrtbranche und alle Unternehmen, die daran hängen», hiess es in einem offenen Brief an Premierminister Boris Johnson. Die Menschen würden dann ganz einfach nicht mehr von und nach Grossbritannien reisen, hiess es weiter.

Donnerstag, 21.5.2020

Easyjet fliegt ab dem 15. Juni wieder

Easyjet wird den Flugbetrieb ab dem 15. Juni wiederaufnehmen, wie die Airline in einer Medienmitteilung schreibt. Dann werden 21 europäische Flughäfen wieder angeflogen.

Neben Städten in Grossbritannien, fliegt Easyjet dann wieder ab Genf sowie in Frankreich von Nizza, Paris Charles de Gaulle, Toulouse, Bordeaux, Nantes, Lyon und Lille, Lissabon und Porto in Portugal und Barcelona in Spanien.

Dafür setzt die Fluggesellschaft auf ein neue Sicherheits- und Gesundheitsvorkehrungen. Diese beinhaltet Massnahmen wie eine erweiterte Flugzeugdesinfektion zudem müssen Kunden, Kabinen- und Bodenpersonal Masken tragen. Ausserdem werden zunächst keine Getränke und Speisen an Bord der Flüge serviert.

Dienstag, 19.5.2020

Social Distancing-Geräte

Am 3. Juni soll die Grenze zu Italien wieder geöffnet werden. Der Tourismus bereitet sich derweil auf die Lockdown-Lockerungen vor. In Florenz beispielsweise will man die Besucher des berühmten Doms, Santa Maria del Fiore, mit Geräten ausstatten, die die Distanz zur nächsten Person messen und mit einem Piepton vor zu wenig Abstand warnen. Zusätzlich blinken und vibrieren sie, wenn man sich einer anderen Person auf weniger als zwei Meter nähert. Die Geräte, die mit einem Band um den Hals getragen werden, würden kostenlos an Besucher verteilt und nach jedem Einsatz desinfiziert.

Montag, 18.5.2020

Swiss erlaubt Umbuchung bis Ende 2021

Die Swiss kommt Kunden bei Umbuchungen entgegen: Fluggäste können einmalig eine gebührenfreie Umbuchung für dieselbe Strecke und dieselbe Reiseklasse vornehmen, wie die Airline in einer Medienmitteilung schreibt.

Dabei könne die Reise auch in die zweite Jahreshälfte 2021 verschoben werden. Das neue Reisedatum müsse einfach vor dem 31. Dezember 2021 liegen.

Diese Regelung gilt aber nur für Tickets, die bis zum 31. Juni 2020 gebucht wurden und ein bestätigtes Reisedatum bis einschliesslich 30. April 2021 haben. «Die Umbuchung muss dabei vor dem ursprünglich geplanten Reiseantritt vorgenommen werden», schreibt die Swiss weiter.

Bisher galt, dass bei Umbuchungen die neue Reise bis zum 30. April 2021 angetreten werden musste. Dieser Zeitraum wurde nun erweitert.

Madrid und Barcelona bleiben in Phase 0

Die Regierung des Corona-Hotspots Spanien hat Hoffnungen auf eine baldige Grenzöffnung für Touristen gedämpft. «Ich hoffe, dass wir die touristischen Aktivitäten Ende Juni wieder aufnehmen können», sagte am Montag Verkehrsminister José Luis Ábalos.

«Wir können nicht die Einreise von Ausländern erlauben, während wir die spanische Bevölkerung noch einer Ausgehsperre unterziehen», erklärte er. Die Hoffnungen waren gewachsen, nachdem ein anderer Corona-Brennpunkt, Italien, die Grenzöffnung für Touristen ab dem 3. Juni angekündigt hatte.

Spanien hat zwar bereits mit einer schrittweisen und vorsichtigen Lockerung der Kontaktsperre begonnen. Die linke Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez will aber den seit Mitte März und noch bis zum 23. Mai geltenden Notstand um einen weiteren Monat bis Ende Juni verlängern.

Phase 3 im Juni

Über die Verlängerung wird das Parlament am Mittwoch debattieren und abstimmen. Erst Ende Juni, nach Abschluss der sogenannten Phase 3 der Lockerungen, werden die Spanier den Plänen zufolge auch ihre Provinz verlassen dürfen.

Für Ábalos ist der Zeitpunkt der Grenzöffnung daher «eine Frage der Konsequenz». «Wir können doch nicht einem Herrn oder einer Familie in Madrid sagen, dass sie nicht zu ihrer Urlaubswohnung in Valencia fahren dürfen, und dass gleichzeitig Ausländer hier einreisen dürfen», sagte er im spanischen Fernsehen.

Ábalos bestätigte derweil, dass es eine Arbeitsgruppe gebe, die über Pilotprojekte für eine frühere Wiederaufnahme des Tourismus auf den spanischen Inseln berate, «um erste Erfahrungen» zu sammeln.

Mallorca in Phase 1

Während die meisten Provinzen Spaniens sich bereits in Phase 1 der Lockerungen befinden, müssen die von der Pandemie besonders schwer betroffenen Regionen Madrid und Barcelona noch mindestens eine Woche in Phase 0 verbleiben.

Die kleinen, vom Coronavirus nur wenig in Mitleidenschaft gezogenen Kanaren-Inseln El Hierro, La Graciosa und La Gomera sowie die Baleareninsel Formentera rückten unterdessen am Montag schon in Phase 2. Rund 50 000 Menschen dürfen sich somit am Strand aufhalten und im Meer baden.

Mit mehr als 27 500 Toten und über 230 000 Infektionen ist Spanien eines der von der Pandemie weltweit am schwersten betroffenen Länder. Die Zahlen werden aber seit Wochen besser. So sank die Zahl der pro Tag wegen Covid-19 gestorbenen Menschen am Sonntag auf 87 und damit erstmals seit zwei Monaten unter die Marke von 100.

Hotelplan annulliert Ferien bis 14. Juni

Hotelplan Suisse hat mit den Reisemarken Globus Reisen, Travelhouse, Tourisme Pour Tous, Hotelplan und Migros Ferien entschieden, das Reiseprogramm ins Ausland neu bis 14. Juni auszusetzen.

Die Kunden erhalten die Kosten der annullierten Pauschalreise innerhalb der nächsten Wochen zurück, wie Hotelplan in einer Medienmitteilung schreibt.

Bei Einzelleistungen, wie zum Beispiel ein Nur-Flug-Angebot werde den Kunden die Rückerstattung des Leistungsträgers vergütet.

In Ausnahmefällen wie Schweden, wo die Einreise grundsätzlich möglich ist, werden die Kunden von Hotelplan kontaktiert um abzuklären, ob sie die gebuchte Reise allenfalls dennoch antreten möchten.

Tui Suisse verlängert Ausland-Reisestopp

Der Reiseveranstalter Tui Suisse sagt sein Reiseprogramm neu bis einschliesslich 14. Juni ab. Ausgenommen sind Reisen innerhalb der Schweiz. Zudem verlängert Tui die Periode für kostenlose Umbuchungen.

Die von der Absage der Reisen betroffenen Kunden würden «aktiv und chronologisch nach geplantem Abreisedatum» kontaktiert, teilte die Schweizer Gesellschaft des deutschen Touristikkonzerns am Montag mit.

Kunden, die Ferien mit Abreisedatum bis einschliesslich 31. August gebucht haben, können sich gebührenfrei auf ein neues Datum und ein neues Ferienziel umbuchen lassen, hiess es weiter. Zur Umbuchung stünden Reisen bis Oktober 2021 zur Verfügung. Reisende, die bis Ende Juni Ferien buchen für den Zeitraum einschliesslich der Sommersaison 2021, erhalten zudem ein gebührenfreies Rücktrittsrecht. Dieses gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Reise bis 14 Tage vor Abreise kostenlos umzubuchen oder zu stornieren.

Es ist bereits die zweite Verlängerung der Reisestornierungen. Zuletzt hatte Tui geplant, die Reisen bis Ende Mai zu auszusetzen.

«Sardinien ist Covid-frei»

Kilometerlange Strände. Verlassene Buchten. Frische Meeresluft, keine Menschenseele. Wenn man sich irgendeinen Ort vorstellt, an dem man sicher vor dem Coronavirus ist, dann hier. Sardinien ist dünn besiedelt. Es gibt viel Platz und viel Natur. Und die Insel gehört zu den italienischen Regionen, die kaum von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffen sind. Dennoch ist alles dicht, kein Tourist weit und breit.

Das soll sich ändern. «Sardinien ist Covid-frei», sagt Regionalpräsident Christian Solinas der Deutschen Presse-Agentur. «Wir wollen alles tun, damit alle Besucher einen sorglosen Urlaub in Sicherheit verbringen können.» Insgesamt gab es hier zumindest nach offiziellen Zahlen nur etwa 1300 Corona-Fälle, rund 120 Menschen sind gestorben. Im Vergleich: In ganz Italien sind es fast 32 000 Tote und mehr als 223 000 Infektionen. «Sardinien zahlt den Preis für die schrecklichen Bilder aus Norditalien», sagt Solinas. Er wirbt nun dafür, dass auch Touristen aus Deutschland wieder kommen.

Dazu sollen alle Einreisenden einen Test vorlegen, dass sie nicht Corona-infiziert sind. Doch wie das in der Praxis umzusetzen ist, ist unklar. Nicht jeder wird vorab zum Arzt laufen und wegen eines Sardinien-Urlaubs nach einem Test fragen wollen. Es soll auch Testmöglichkeiten in Hotels oder am Flughafen geben, erklärt Solinas. Wie genau das funktionieren soll, ist ebenso ungeklärt.

Flüge im Juni

Einen grösseren Corona-Ausbruch kann sich die Insel mit ihren wenigen Krankenhäusern jedenfalls nicht leisten. Die Ankündigung steht im Gegensatz zu den wenigen Tests, die bei den Einwohnern der Insel durchgeführt wurden. Aber es zeigt: Touristen tun Not. Im Juni sollen internationale Flugverbindungen wieder starten.

Sardinien ist eine arme Region, die Arbeitslosigkeit ist hoch, Industrie gibt es quasi nicht. Der Tourismus trägt 14 Prozent zur Wirtschaftsleistung Sardiniens bei, so Solinas.

Vor allem der Sommertourismus ist der Wirtschaftstreiber. «Wenn der ins Wasser fällt, verdienen viele bis zum nächsten Sommer nichts mehr», sagt Touristenführerin Claudia Castellano. Die Mutter zweier Kinder hat derzeit keinerlei Einnahmen. Sie hat staatliche Hilfen beantragt. Doch bisher ist nichts angekommen. Sie ärgert sich über die vielen Regelungen, die kein Mensch mehr verstehe. «Wir durften zwei Monate nicht mal an den Strand. Überall Kontrollen und Helikopter, die über uns schweben.» Es sei wie in einem Polizeistaat, «in dem nicht mal die Polizisten wissen, was erlaubt ist. Man ist ihnen ausgeliefert.»

Sonnenbad auf Abstand

Der Blick in den Regelkatalog ist verwirrend. Auch für den Besuch am Strand wurde ein komplexer Leitfaden vorgelegt, der in ganz Italien gelten soll. Jeder Sonnenschirm soll einen Platz von zehn Quadratmetern um sich herum haben. Sonnenliegen ohne Sonnenschirm müssen 1,5 Meter voneinander entfernt stehen und nach jedem Besitzerwechsel desinfiziert werden. «Covid-Manager» sollen in Strandbädern für Distanz und Hygiene sorgen. Umkleidekabinen sollen nur mit Familienangehörigen und nicht mit Freunden geteilt werden. Am Eingang von Strandbädern kann auch die Temperatur mit einem Thermoscanner gemessen werden.

Aus einer anderen Region, Ligurien, kam sogar die Idee, Badende mit elektronischen Armbändern auszustatten, die vibrieren, wenn man sich dem Nachbarn zu sehr nähert.

Ob die Urlauber aus dem Ausland dieses Jahr wieder in Scharen kommen werden, ist ungewiss. Zu sehr hat das Image von Italien in der Corona-Krise gelitten. «Dies wird eine Saison mit vielen unsicheren Variablen», erklärt der Strandbadbetreiber-Verband Federbalneari. Er schätzt, dass 50 Prozent weniger als im Vorjahr eingenommen wird.

Die Angst in Italien ist gross, dass Touristen eher weniger betroffene Mittelmeerländer wie Griechenland oder Kroatien bevorzugen. Daher hat die Regierung in Rom nach zwei Monaten striktem Lockdown auf Lockerung umgeschaltet: Ab 3. Juni soll die Einreise aus dem Ausland wieder erlaubt sein.

Mittwoch, 13.5.2020

Island: Test oder Quarantäne für Touristen

Island-Touristen sollen bei der Einreise bald die Wahl zwischen einem Corona-Test und einer zweiwöchigen Quarantäne haben. Spätestens ab dem 15. Juni wolle man die Beschränkungen für internationale Reisende lockern, teilte die isländische Regierung mit.


Demnach will sie Touristen bei Ankunft auf der Nordatlantik-Insel aller Voraussicht nach entscheiden lassen, ob sie lieber für 14 Tage in Quarantäne gehen oder sich auf das neuartige Coronavirus testen lassen wollten.


Auch auf andere Weise – etwa mit der Vorlage von Gesundheitsunterlagen – könnten sie nachweisen, coronafrei zu sein. Genaue Details solle eine Arbeitsgruppe der Regierung ausarbeiten, eine Entscheidung dazu komme Ende Mai.


Geplant sei zudem, dass Touristen eine sogenannte Tracing-App herunterladen und gebrauchen müssten, die bereits von 40 Prozent aller Isländer genutzt werde, erklärte die Regierung. Mit solch einer Corona-Warn-App können Infektionsketten besser verfolgt werden.


Für einige Berufsgruppen, darunter Wissenschaftler, Filmemacher und Sportler, werden die Beschränkungen demnach bereits ab diesem Freitag gelockert. Bislang war es zwar möglich, aus Ländern des Schengenraums nach Island einzureisen. Alle Reisenden – Aus- und Isländer – müssen sich nach der Ankunft aber derzeit für 14 Tage in Quarantäne begeben.


Island hat die Ausbreitung des Coronavirus in den vergangenen Wochen fast zum Erliegen gebracht. Seit fünf Tagen wurden keinerlei Neuinfektionen von den isländischen Behörden gemeldet, Menschen mit Covid-19-Erkrankung sind seit dem 20. April nicht mehr gestorben auf der Insel. Nur noch eine erkrankte Person liegt derzeit im Krankenhaus.

«Wir werden definitiv im Sommer eine Touristensaison haben»

Der Sommerurlaub muss aus Sicht der EU-Kommission wegen der Corona-Krise nicht zwingend ausfallen. «Wir werden definitiv im Sommer eine Touristensaison haben, allerdings mit Sicherheitsmassnahmen und Einschränkungen», sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni der «Süddeutschen Zeitung».

Heute, Mittwoch, präsentiert die EU-Kommission Empfehlungen an die EU-Staaten, wie es doch noch klappen könnte, ohne dass es zu einem heftigen Anstieg an Corona-Infektionen kommt. Die Beschränkungen sollen zunächst in Gegenden abgeschafft werden, in denen es eine vergleichbar günstige Entwicklung der Corona-Fallzahlen beiderseits der Grenze gibt. Auch will die Kommission eine Reihe von Reihe von Vorgaben und Empfehlungen für Schutzverkehrungen bei Tourismus und Reisen beschliessen. Dazu gehören Sicherheitsabstände in Hotels, Restaurants und Verkehrsmitteln.

Hier die Vorschläge im Überblick:


DIE GRENZFRAGE:
Die Grenzkontrollen sollten nach Ansicht der Behörde vorsichtig und abgestimmt gelockert werden – aber nur, falls die Virus-Situation es zulässt. Zu forsches Vorgehen könne zu einem Wiederanstieg an Infektionen führen, heisst es im Entwurf der Empfehlungen. Sobald die Viruszirkulation reduziert worden sei, sollten pauschale Einschränkungen durch gezielte Massnahmen ersetzt werden. Zunächst solle dort gelockert werden, wo die epidemiologische Situation in beiden Ländern vergleichbar sei. Es müsse genügend Test- und Krankenhauskapazitäten geben. Zudem sollten die Hygiene-Vorgaben in beiden Ländern gleich sein. Abstandsgebote müssten eingehalten und Infektionsketten verfolgt werden können. Freiwillige Apps könnten dabei helfen.

WARUM SIND OFFENE GRENZEN SO WICHTIG? Die EU-Kommission betont den Stellenwert des freien Reisens – für die schwer von der Pandemie getroffene Branche, aber auch für Bürgerinnen und Bürger. Wenn man es koordiniert und sicher angehe, könnten die kommenden Monate den Europäern dringend benötigte Erholung verschaffen. Dann könnten die Menschen Freunde und Familie über Ländergrenzen hinweg wiedersehen.


VORAUSSETZUNGEN FÜR FERIEN:
Die EU-Kommission macht mehrere Vorgaben. Am wichtigsten sei, dass die Ausbreitung des Virus im Zielland deutlich zurückgegangen sei und für längere Zeit auf niedrigem Niveau bleibe. Zudem müsse es ausreichend Kapazitäten im Gesundheitssystem geben, damit Krankenhäuser nicht von einem möglichen Anstieg an Infektionen überwältigt würden. Auch müsse es ausreichend Covid-19-Tests geben. Vor ihrem Urlaub sollten Verbraucher auf einer Online-Karte prüfen können, wie die Situation in ihrem Zielort ist. Eine solche Karte, in denen einzelne Regionen angezeigt werden können, solle nun aufgesetzt werden.


HYGIENEPFLICHTEN FÜR HOTELS:
Das Personal von Hotels müsse geschult werden, Gäste sollten regelmässig über Neuigkeiten der Behörden informiert werden. Für den Fall eines Corona-Ausbruchs müsse eine Kontaktverfolgung gewährleistet sein. Für Restaurants oder Cafés solle eine Maximalzahl an Gästen festgelegt werden. Zudem könnten Slots für die Mahlzeiten, den Pool oder das Fitnessstudio erwogen werden. Grundlegende Corona-Regeln müssten eingehalten werden: etwa ein Mindestabstand oder regelmässiges Händewaschen.


GUTSCHEIN ODER ERSTATTUNG?
In dieser Frage bleibt die EU-Kommission hart. Verbraucher sollten im Falle abgesagter Reisen weiterhin die Wahl haben. Nach EU-Recht müssen Anbieter die Kosten für Flugtickets und Pauschalreisen erstatten. Aber etwa Deutschland will Verbraucher dazu verpflichten, bei Absagen in der Corona-Krise vorerst einen Gutschein statt einer Erstattung zu akzeptieren.

Dienstag, 12.5.2020

Italien will Strände wieder öffnen

Viele Regionen in Italien wollen in der Corona-Krise Strände so schnell wie möglich wieder öffnen – aber auch beim Sonnen und Baden soll der nötige Abstand eingehalten werden.

Die Emilia-Romagna will ab kommenden Montag neben Bars, Restaurants und Friseuren auch den Zugang zum Meer wieder öffnen, wie die Region am Dienstag erklärte. Eine zu lange Blockade der Wirtschaft hätte «schwerwiegende soziale Auswirkungen», sagte der regionale Tourismusbeauftragte Andrea Corsini. Die Emilia-Romagna mit Adria-Badeorten wie Rimini lebt zum grossen Teil vom Tourismus.

Auch Venetien will ab Montag «alles, was möglich ist, öffnen», sagte Regionalpräsident Luca Zaia. Ligurien ist ebenfalls bereit, das bisherige Strandverbot aufzuheben. Strände «sind an der frischen Luft, es gibt Platz», sagte Regionalpräsident Giovanni Toti. Ihm machten mit Blick auf die Ansteckungsgefahr Restaurants und Bars viel mehr Sorgen als Badeanstalten am Meer.

Dabei soll der Zugang zu Strandbädern streng reguliert werden, Buchungen sollen Pflicht werden. Das geht aus einem Dokument des Instituts für Arbeitssicherheit und des nationalen Gesundheitsinstituts hervor. Die Abstände zwischen den Sonnenschirmreihen sollen mindestens fünf Meter betragen. Auch im Wasser soll «soziale Distanz» gelten, Gruppensport ist tabu. Sonnenliegen sollen nach dem Besitzerwechsel desinfiziert werden. Selbst freie Strände sollen mit Wachen kontrolliert werden, damit dort nicht zu viele Menschen auf einmal sind. Italien ist eines der weltweit am meisten von Covid-19 betroffenen Länder.

Spanien: Einreisende müssen in Quarantäne

Auch im Urlaubsland Spanien müssen aus dem Ausland einreisende Passagiere nun 14 Tage lang in Quarantäne. Die Entscheidung der spanischen Regierung wurde am Dienstag im offiziellen Bulletin veröffentlicht.

Die Massnahme gilt ab dem 15. Mai und soll so lange in Kraft bleiben, bis der Mitte März wegen der Corona-Pandemie ausgerufene Alarmzustand aufgehoben wird. Dieser war zuletzt bis zum 24. Mai verlängert worden, könnte aber nach dem Wunsch der linken Regierung noch weiter gelten.

Bislang gab es eine solche Vorschrift nur in bestimmten Fällen, etwa für Menschen, die aus Italien einreisten. Nun will Spanien hingegen anderen europäischen Ländern – darunter Deutschland – mit dieser verschärften Massnahme folgen. «Die günstige Entwicklung der epidemiologischen Situation in unserem Land und der Beginn der Deeskalation machen es notwendig, die Kontrollmassnahmen zu verstärken», hiess es. So soll ein Wiederaufflammen der Corona-Ausbreitung verhindert werden.

Der Anordnung zufolge müssen Reisende die ersten zwei Wochen nach ihrer Ankunft in ihrer Wohnung oder Unterkunft bleiben. Sie dürfen diese allerdings zum Einkaufen oder etwa für Arztbesuche verlassen – allerdings gilt dabei eine strenge Maskenpflicht. Bestimmte Berufsgruppen sind ausgenommen, darunter Transporteure, Crews von Flugzeugen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens, wenn sie nicht mit Covid-19-Patienten in Kontakt waren.

Reiseveranstalter wurden dazu aufgerufen, ihre Kunden beim Ticketkauf über die Quarantänemassnahmen zu informieren. Fluggäste sollen ein Formular (Passenger Location Card) ausfüllen, mittels dessen sie bei Bedarf von den Behörden ausfindig gemacht werden können. (SDA)

Montag, 11.5.2020

Italien: bilaterales Reiseabkommen mit Schweiz?

Die Tourismuswirtschaft drängt auch auf eine Öffnung der Grenzen zu Österreich und der Schweiz noch vor dem Beginn der Hauptsaison im Sommer. Man wünscht sich bilaterale Reiseabkommen mit diesen Nachbarn und Deutschland, zumal allein diese drei Länder etwa ein Drittel der ausländischen Italien-Besucher ausmachten, wie die FAZ schriebt.

Baltenstaaten: Öffnung der gemeinsamen Grenze am 15. Mai

EU-Bürger und Ausländer mit Visa dürfen in Littauen wieder einreisen, aber sie müssen sich 14 Tage in Quarantäne begeben. Ausgenommen sind Arbeitspendler, Geschäftsreisende und Studenten aus Polen sowie später dann auch Esten und Letten. Die drei Baltenstaaten öffnen zum 15. Mai ihre gemeinsamen Grenzen.

Tschechien: Internationale Reisen wieder möglich

In Tschechien ist der reguläre internationale Reiseverkehr mit Bus, Bahn und Flugzeug wird wieder zugelassen. Für Ausländer gilt aber weiter ein weitgehender Einreisestopp.

Kroatien: Teilweise Grenzöffnung

In Kroatien werden Reisen im Inland erleichtert, sie bleiben aber eingeschränkt. Der öffentliche Fernverkehr und Inlandsflüge werden wieder aufgenommen.

Die Einreise für geschäftsreisende EU-Bürger ist wieder möglich. Dazu dürfen auch ausländische Besitzer von Immobilien und Booten wieder einreisen, wie es auf der Website der kroatischen Regierung heisst.

Die bisherige verpflichtende 14-tägige Selbstisolierung für Einreisende wurde abgeschafft. Die Betroffenen müssen sich aber an epidemiologische Massnahmen halten, schreibt heute.at. So soll der Kontakt zu anderen Personen auf das notwendige Minimum reduziert werden. Zudem sollen Reisende regelmässig ihre Körpertemperatur messen sowie ihren Gesundheitszustand beobachten.

Sonntag, 10.5.2020

Grossbritannien: Quarantäne für Flugreisende

Reisen innerhalb Englands, etwa zu Nationalparks oder an die Küste, werden wieder zugelassen. Die Lockerungen gelten nicht für die britischen Landesteile Schottland, Wales und Nordirland.

Die britische Regierung hat Fluggesellschaften informiert, dass ab Ende Monat für alle Reisende aus dem Ausland eine Quarantäne von 14 Tagen vorgesehen sei. Demnach müssen sich Personen, die in Grossbritannien ankommen, für zwei Wochen bei einer Privatadresse in Quarantäne begeben, berichtete BBC. Das bedeute möglicherweise, dass man bei seiner Ankunft den Zollbehörden eine Adresse hinterlegen müssen. Man müsse abwarten, bis die Regierung nähere Einzelheiten mitteile, so der Branchenverband Airlines UK.

168 Kommentare

Leone

10.05.2020, 10:49

Ich denke am 1. Juli werden alle Grenzen geöffnet.

lupillio

10.05.2020, 11:00

warum in die Ferne schweifen, die Schweiz bietet so viele wunderschöne Orte und Gegenden an, da erübrigt sich eine Reise ins Ausland.

Unglaublich

10.05.2020, 11:21

Es gibt aber nicht immer noch Leute, die in der Türkei Ferien machen???