Umfrage-Ergebnisse: Ferien-Initiative verliert deutlich an Zustimmung

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Umfrage-ErgebnisseFerien-Initiative verliert deutlich an Zustimmung

Laut unserer Leser-Umfrage werden es 6 Wochen Ferien und die Buchpreisbindung an der Urne schwer haben. Intakte Chancen hat das Bauverbot von Zweitwohnungen.

von
Kian Ramezani

Knapp zwei Wochen vor dem Abstimmungstermin am 11. März wollte 20 Minuten Online von seinen Lesern wissen, wie sie zu den einzelnen Vorlagen stehen. An der nicht repräsentativen Umfrage vom 26. bis 28. Februar haben sich 5637 Personen beteiligt.

Das auffälligste Resultat: Der am heissesten diskutierten Vorlage, der Ferien-Initiative, scheinen die Befürworter regelrecht wegzubrechen. Vor drei Wochen hatten noch 69 Prozent der Leser von 20 Minuten Online die Vorlage annehmen und damit sechs Wochen Ferien als gesetzliches Minimum einführen wollen. Inzwischen ist der Anteil des Ja-Lagers auf 50 Prozent zusammengesackt. Ablehnen wollen sie 47 Prozent. Je älter und finanziell besser situiert, desto höher fällt tendenziell die Ablehnung aus. Kalt lässt das Thema fast niemanden: Nur drei Prozent bezeichnen sich als unentschlossen.

Die Wiedereinführung der Buchpreisbindung befürworten lediglich 20 Prozent der Umfrage-Teilnehmer. 69 Prozent lehnen sie ab und folgen damit dem Komitee gegen die Buchpreisbindung, das gegen das entsprechende Bundesgesetz vom März 2011 das Referendum ergriffen hatte. Seit einer entsprechenden Kurzumfrage von 20 Minuten Online vor zwei Wochen hat es kaum Verschiebungen gegeben. 11 Prozent sind noch unentschieden. Wie bei der Ferien-Initiative fällt auch hier die Zustimmung bei steigendem Alter und Einkommen tendenziell.

Auf dem Land keine übermässige Ablehnung von Zweitwohnungen

Bessere Chancen auf Annahme hat die Volksinitiative «Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen!». 49 Prozent wollen sie annehmen, 37 Prozent ablehnen und 14 Prozent sind unentschlossen. Mit zunehmendem Alter steigt tendenziell die Zustimmung. Das Einkommen spielt bei der Meinungsbildung offenbar keine Rolle – ebenso wie der Wohnort. Auf dem Land fällt die Zustimmung nicht höher aus als in der Stadt und Agglomeration. Ein zentrales Argument des Initiativkomitees – der Schutz der Landschaft – scheint vor Ort also nicht speziell zu verfangen.

Trotz mehrerer Anläufe scheint das Thema Bausparen auch diesmal wieder zu scheitern. 36 Prozent befürworten steuerliche Erleichterungen für Wohneigentum, 42 Prozent lehnen sie ab. 22 Prozent sind unentschlossen. Die Zustimmung wächst bei höheren Einkommen tendenziell, liegt aber auch bei über 120 000 Franken pro Jahr unter der 50-Prozent-Marke.

Der Bundesbeschluss über die Regelung der Geldspiele zugunsten gemeinnütziger Zwecke dürfte an der Urne problemlos bestätigt werden. 58 Prozent wollen ihm zustimmen, 20 Prozent ablehnen. 22 Prozent sind unentschlossen, was angesichts der Vorlage aber eher auf Desinteresse als Unschlüssigkeit hindeutet.

Kein Stadt-Land-Gefälle

79 Prozent der Teilnehmer waren männlich, 21 Prozent weiblich. Ein ausgeprägter Gender Gap war bei keiner der fünf Vorlagen erkennbar. Je ein Drittel der Teilnehmer wohnt in der Stadt, in der Agglomeration oder auf dem Land. Ein Stadt-Land-Gefälle ist bei keiner Vorlage aufgefallen. Die detaillierten Umfrage-Ergebnisse finden Sie hier.

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