Touristiker erzürnt: Ferientipps: Ostschweiz ist nicht dabei
Aktualisiert

Touristiker erzürntFerientipps: Ostschweiz ist nicht dabei

Schweiz Tourismus verschickt derzeit Millionen von Werbebroschüren. Die Ostschweiz ist darauf ein schwarzer Fleck. Das sorgt für Ärger.

von
Simon Städeli

«Die 45 besten Tipps für Ferien in der Schweiz», fast fünf Millionen Exemplare dieser Broschüre flattern derzeit in europäische Haushalte. Darin preist Schweiz Tourismus lebendige Traditionen an. Doch schaut man sich die 45 Tipps – vom Heuen am Vierwaldstättersee bis zum Käsen im Greyerzerland – an, fällt auf: Die Ostschweiz wird total ausgeblendet.

Hiesige Touristiker sind erzürnt: «Wir können das nicht nachvollziehen», sagt Rolf Müller von Thurgau Tourismus. Offenbar denke Schweiz Tourismus, dass die Ostschweiz nicht so wichtig sei. Müller hat sich beim Dachverband beschwert.

Plätze nach Preis vergeben

Bei Schweiz Tourismus hat man eine einfache Erklärung: «Die 45 Plätze wurden an die Regionen vergeben, die am meisten bezahlen», sagt Mediensprecher Alain Suter. Weil die Ostschweizer Verbände nicht 122 Millionen, sondern «nur» 50 Millionen jährlich abliefern, fehlen die Ausserrhoder Silvesterchläuse oder die Naturjodler des Toggenburgs in der Broschüre.

«Kunde wird getäuscht»

Laut Martin Barth, Tourismus-Professor an der Hochschule Luzern, ist diese Selektion fragwürdig. «Der Kunde erhält keine umfassende Übersicht, es entsteht der Eindruck, die Ostschweiz hätte keine Traditionen», so Barth. Ihm fehlt die Erwähnung, wie die Auswahl getroffen wurde. Alain Suter von Schweiz Tourismus sieht keinen Nachteil für die Ostschweiz: «Wer eine Reise plant, checkt heute auch das Internet, dort ist die Ostschweiz sehr gut vertreten», so Suter. Zudem zahle die Ostschweiz ja weniger.

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