GP von Belgien: Ferrari bangt um Massas Motor
Aktualisiert

GP von BelgienFerrari bangt um Massas Motor

Nach zwei Motorschäden in den letzten beiden Grand Prix darf sich Ferrari im WM-Duell gegen McLaren-Mercedes keine Nullrunde mehr erlauben. Lewis Hamilton führt vor dem Rennen in Spa-Francorchamps im Zwischenklassement mit sechs Punkten Vorsprung auf Felipe Massa und 13 Zählern auf Kimi Räikkönen.

von
Peter Haab

Der GP von Belgien.

Mit zwei Grand Prix innerhalb von sieben Tagen verabschiedet sich der Formel-1-Zirkus für die Saison 2008 aus Europa. Am Sonntag mit dem GP von Belgien in Spa-Francorchamps und nur eine Woche später mit dem italienischen WM-Lauf auf der traditionsreichen Hochgeschwindigkeits-Strecke von Monza. Spa-Francorchamps ist mit gut sieben Kilometern die längste Rennstrecke im Kalender und hat auch die bei weitem längste Vollgas-Passage. BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen weiss, dass auf dieser Piste die Motoren ganz speziell beansprucht werden. «Seit der baulichen Veränderung der berühmten Kurve «Eau Rouge» und der Einführung der V8-Motoren wird die ganze Passage inklusive Bergaufstück mit Vollgas gefahren. Beim letzten Rennen auf der Strecke von Spa-Francorchamps haben wir gemessen, dass unsere Fahrer das Gaspedal über 1865 Meter respektive 24 Sekunden lang durchgetreten haben. Auf dieser Strecke ist eine gute Motorleistung und vor allem Standfestigkeit gefragt.»

Heidfeld unter Druck

BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld steht in Spa einmal mehr unter grossem Leistungsdruck. Schliesslich geht's in den nächsten Wochen um nichts weniger als seine Zukunft in der Formel 1. Zum Glück mag der in Stäfa am Zürichsee lebende Deutsche die Piste in den belgischen Ardennen-Wäldern: «Spa ist eine phantastische Rennstrecke mit einzigartigen Kurven und einem ganz besonderen Charakter. Sie ist im aktuellen Kalender jene Grand-Prix-Strecke, die meiner Heimat Mönchengladbach am nächsten liegt. Das ist ein weiterer Grund, mich auf den Grossen Preis von Belgien zu freuen.» Ganz besonders freuen würde sich Heidfeld am Samstag und Sonntag über Regen. Denn auf nasser Piste hat er in dieser Saison seine besten Vorstellungen abgeliefert.

Ferraris Angst vor einem weiteren Nuller

Bei Ferrari schaut man dem GP von Belgien mit eher gemischten Gefühlen entgegen. Denn sowohl in Ungarn (Felipe Massa) wie auch vor 14 Tagen in Valencia (Kimi Räikkönen) ist in der Schlussphase des Rennens ein Ferrari-Triebwerk eingegangen. Kommt dazu, dass Felipe Massa beim GP von Belgien gemäss Reglement nochmals mit jenem Motor fahren muss, der schon die gesamte Renndistanz von Valencia auf dem Buckel hat. WM-Leader Lewis Hamilton seinerseits wird in Belgien mit einem neuen Motor fahren können. Eines steht mit Sicherheit fest: Einen weiteren Nuller dürfen sich die Roten aus Maranello nicht mehr erlauben. Denn McLaren-Mercedes hat sich in dieser Saison durch eine grosse Zuverlässigkeit ausgezeichnet.

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