Ferrari-Fans lieben Felipe Massa wieder
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Ferrari-Fans lieben Felipe Massa wieder

Die Ferrari-Fans sind nach dem Sieg von Felipe Massa beim GP von Bahrain wieder versöhnt. Selbst die lautesten Kritiker der letzten Wochen haben eine Kehrtwende vollzogen.

«Beschämend, Massa hat alles falsch gemacht», hatte die Gazzetta dello Sport vor zwei Wochen nach dem verpfuschten GP von Malaysia geschimpft, «Ferrari löst sich auf!» Nachdem Felipe Massa von der Pole Position aus gestartet war, am Ende aber nur Fünfter geworden war, hatte die rosarote Tageszeitung bitter festgestellt: «Schumi wäre so etwas nicht passiert.»

Ein neues Rennen, eine neue Schlagzeile: Nachdem der Brasilianer am Sonntag in Bahrain mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg auf die Kritik antwortete (und Teamkollege Kimi Räikkönen mit seinem dritten Podestplatz der Saison nachdoppelte), vollzog die Gazzetta dello Sport eine unzimperliche Kehrtwende. «Was für eine wunderbare Demonstration seines Charakters!», lobte sie Massa, «er kam am Boden zerstört nach Bahrain und gab die einzige Antwort, die ihm helfen konnte. Felipe ist wie ein Champion gefahren, so wie man es sich bei Ferrari gewöhnt ist.»

Auch «Il Giornale» lobte den zuvor gescholtenen Brasilianer, wollte aber noch nicht in die Hymne einstimmen. «Massa hat zwar noch nicht bewiesen, dass er ein zweiter Schumi ist. Aber er hat gezeigt, dass er kein zweiter Baricchello ist.» 'La Nazione' gab sich etwas pragmatischer: «Ferrari ist nach der Delusion von Malaysia wieder aufgestanden.»

Ferrari-Direktor Jean Todt konnte ob der italienischen Sportmedien nur den Kopf schütteln. «Ich komme mir hier vor wie bei einem Tribunal. Vor drei Wochen waren wir noch unschlagbar, dann wurden wir den Hunden zum Frass vorgeworfen», so Todt in der Netzeitung. Heute sind die Ferraristi wieder Helden. Massa selbst nahm das Wellenbad der Gefühle gelassen. «Wichtig ist, dass wir die Probleme der ersten beiden Rennen gelöst haben. Für mich ist der Sieg auf jeden Fall eine Riesen-Befriedigung», so Massa, «bis zum nächsten GP haben wir nun etwas Zeit. Wir müssen versuchen, die optimale Arbeit der letzten Woche weiterzuführen. Dann werden auch die Resultate in Zukunft stimmen.»

(mat)

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