«Pole-Position»: Ferrari ist das Rückgrat der Formel 1

Aktualisiert

«Pole-Position»Ferrari ist das Rückgrat der Formel 1

In Monaco stand DAS Highlight der Formel-1-Saison auf dem Programm. Aber im Fahrerlager drehten sich die Diskussionen tagelang nicht um die schnellste Stadtrundfahrt der Welt, sondern um den politischen Machtkampf bezüglich der Zukunft der Formel 1.

von
Peter Haab
Monaco

Die meist gestellte Frage während des GP-Weekends in Monaco: Was wäre die Formel 1 ohne Ferrari? Eine durchaus berechtigte Frage, die sich am einfachsten mit ein paar Gegenfragen beantworten lässt: Was ist die deutsche Bundesliga, die am Samstag mit einem Schluss-Feuerwerk ihre Saison beendet hat, ohne Bayern München wert? Ohne jenen Klub, der in ganz Deutschland die grössten Emotionen auslöst. Oder: Wer interessiert sich noch für die Champions League, wenn Top-Klubs wie Barcelona, Manchester United, Chelsea und Liverpool nicht mehr dabei wären?

Max Mosley hat in Monaco einmal mehr bekräftigt: «Die Formel 1 überlebt auch ohne Ferrari.» Da hat der FIA-Präsident vermutlich recht. Aber ohne Ferrari verliert die Formel 1 ihren Glanz, ihr eigentliches Schmuckstück. Die Italiener sind seit 1950 an jedem Grand Prix dabei und somit das Rückgrat des gesamten Formel-1-Business.

Jetzt stellt sich die Gretchen-Frage: Gibt es im weltweiten Sport tatsächlich Funktionäre, die dumm genug wären, ihrer eigenen Sportart das Rückgrat zu brrechen? Ich wage mal die Behauptung: Nein! So was passiert nicht mal in der Formel 1, die sonst jederzeit für einen üblen Scherz gut genug ist. Max Mosley ist im Grunde ein heller Kopf, dem die Formel 1 vor allem in Bezug auf die Fortschritte in Sachen Sicherheit viel zu verdanken hat. In seinem Innersten ist sich Mosley schon bewusst, dass er die beste Marke im weltweiten Motorsport hat.

Darum wird die Formel 1 überleben, und Ferrari auch 2010 dabei sein. Das politische Tauziehen zwischen der FIA und den Teams wird zwar noch ein paar Wochen anhalten. Dann werden beide Konflikt-Parteien ein paar Federn lassen, und in der Formel 1 kehrt – zumindest für eine gewisse Zeit – wieder Ruhe ein. Der nächste Streit folgt bestimmt. Das ist im Formel-1-Zirkus so sicher, wie das berühmte Amen in der Kirche.

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