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Programm gestopptFertig gratis für Promis bei Air Berlin

Mehr als 100 Prominente und ihre Familien flogen jahrelang als «Markenbotschafter» gratis mit der defizitären Fluggesellschaft Air Berlin. Damit ist jetzt Schluss.

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG solle nun klären, ob dadurch die Airline und deren Aktionäre geschädigt wurden.

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG solle nun klären, ob dadurch die Airline und deren Aktionäre geschädigt wurden.

Die Fluggesellschaft Air Berlin streicht Freiflüge für ausgewählte Prominente. Die Airline habe beschlossen, «das bestehende Programm vor dem Hintergrund der Neuausrichtung der Air Berlin zum Jahresende einzustellen», sagte ein Firmensprecher der Zeitung «Bild am Sonntag». Dem Bericht zufolge durften mehr als 100 Prominente aus Wirtschaft, Sport, Kultur und Unterhaltung sowie deren Familien die Flugverbindungen der defizitären Airline weltweit kostenlos nutzen.

Die Fluggesellschaft hielt sich am Montag zu den genauen Konditionen des Prominentenprogramms bedeckt, lediglich von «günstigen Konditionen» war die Rede. Die sogenannten Markenbotschafter unterstützten eine erfolgreiche Positionierung der Marke, hiess es. «Im Übrigen wurde bereits der Beschluss gefasst, das bestehende Programm vor dem Hintergrund der Neuausrichtung (...) zum Jahresende einzustellen.»

Airline zahlte auch Vorteil-Steuer

Dem Zeitungsbericht zufolge verfügten die ausgewählten Kunden über eine goldfarbene «Counter Card Premium Plus». Die Airline übernahm demnach für die VIPs auch die Versteuerung des geldwerten Vorteils bei Inanspruchnahme der Freiflug-Card. Das seit Jahren laufende Gratisflugprogramm sei nun ins das Visier der Konzernaufsicht geraten. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG solle nun klären, ob dadurch die Airline und deren Aktionäre geschädigt wurden.

Die Streichung des Promiprogramms ist Teil des Sanierungskurses, den der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, eingeschlagen hat. Mehdorn übernahm am 1. September den Vorstandsvorsitz vom langjährigen Konzernchef Joachim Hunold. Air Berlin schreibt seit Jahren Verluste.

(dapd)

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