Fertigmahlzeit-Erfinder ist gestorben
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Fertigmahlzeit-Erfinder ist gestorben

Der Erfinder einer amerikanischen Besonderheit ist tot: Gerry Thomas, der 1954 das so genannte «TV Dinner» auf den Markt brachte, starb im Alter von 83 Jahren.

Er erlag bereits am Montag in Phoenix einem Krebsleiden. Thomas hatte vor gut 50 Jahren die Idee, tiefgefrorene Fertigmahlzeiten zu verkaufen, die auf Aluminiumtabletts direkt im Ofen warm gemacht werden konnten. Das erste «TV Dinner» - Truthahn mit Kartoffeln und Erbsen - kostete rund einen Dollar und ging im ersten Jahr zehn Millionen Mal über den Ladentisch.

Die «TV Dinner» waren nicht nur schnell und einfach zuzubereiten, das gesamte Menü fand zudem auf einem einzigen Tablett Platz und war damit bestens als Abendessen vor dem Fernseher geeignet - und kam so zu seinem Namen. Entscheidend für den Erfolg von Thomas' Erfindung war ausserdem, dass in den 50er Jahren immer mehr Frauen berufstätig wurden und abends nicht mehr aufwendig kochen wollten. Das «TV Dinner» habe auf die amerikanischen Essgewohnheiten einen ähnlich grossen Einfluss gehabt wie die Erfindung des Feuers auf die Geschichte des Kochens, sagte Robert Thompson vom Zentrum für Fernsehstudien an der Syracuse University.

Seine Idee brachte Thomas eine Sonderzahlung seiner Firma in Höhe von 1.000 Dollar ein. Das Echo sei aber nicht nur positiv gewesen, sagte er: Er habe «Hass-Briefe von Ehemännern bekommen», die wollten, dass ihre Frauen weiterhin ausgiebig kochten. Und selbst ass er seine Fertigmahlzeiten nie. «Er war ein Feinschmeckerkoch», sagte seine Frau Susan. «Er hat nie ein 'TV Dinner' gegessen». (dapd)

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