Aktualisiert 25.06.2009 22:56

Pulverfass IranFestgenommene Professoren wieder frei

Die nach einem Treffen mit dem iranischen Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi festgenommenen 70 Hochschulprofessoren sind bis auf vier wieder freigelassen worden.

Das berichtete Mussawis offizielle Website am Abend. Unter den Inhaftierten ist demnach auch noch Mussawis früherer Wahlkampfleiter Korban Behsadian Nedschad. Die Akademiker waren nach Angaben der Opposition am Mittwochabend nach dem Treffen mit Mussawi abgeführt und an einen unbekannten Ort gebracht worden.

Verschärftes Vorgehen

Beobachter werteten die Festnahmen als weiteres Zeichen eines verschärften Vorgehens der Behörden gegen die Oppositionsbewegung. Seit Beginn der Proteste gegen das amtliche Ergebnis der Präsidentenwahl vom 12. Juni wurden bereits hunderte Demonstranten festgenommen.

Mussawi erklärte am Donnerstag, er werde sich dem Druck der Regierung nicht beugen. Er werde auch weiterhin die «Rechte des iranischen Volkes» einfordern, hiess es am Donnerstag auf seiner Website. Mussawi kündigte eine Versammlung zum Gedenken an die «Märtyrer» an, die bei den Unruhen nach der Präsidentenwahl ums Leben kamen. Er habe einen entsprechenden Antrag gestellt. Nähere Einzelheiten oder ein Datum wurden in der Erklärung auf der Website nicht genannt. (dapd)

Iran wirft UNO-Chef Ban Parteilichkeit vor

Der Iran hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon scharf angegriffen und ihm wegen seiner Kritik an der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten Parteilichkeit vorgeworfen.

Bans Äusserungen könnten als «voreilig» und «Einmischung in die inneren Angelegenheiten» des Iran angesehen werden, hiess es in einer am Donnerstag in New York verbreiteten Erklärung der iranischen UN-Botschaft. «Der angesehene Generalsekretär hat es riskiert, seine Glaubwürdigkeit vor den Augen der unabhängigen Staaten zu beschädigen.»

Eine Sprecherin Bans wies die Vorwürfe zurück. Es sei die Pflicht des UNO-Chefs, sich zu Bürgerrechten und der Niederschlagung von Demonstrationen zu äussern. «Der Generalsekretär steht zu dem, was er gesagt hat.»

Ban hatte sich am Montag «bestürzt» über die Ereignisse nach den Präsidentenwahlen vom 12. Juni geäussert. Er forderte die Regierung in Teheran auf, sofort Verhaftungen, Drohungen und die Anwendung von Gewalt zu stoppen.

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