Aktualisiert 06.07.2012 13:02

Burning Mountain

Festivalbesucher liegen reihenweise flach

Nach einem Elektro-Festival in Zernez GR litten Dutzende von Besuchern an Magen-Darm-Infektionen. Betroffene sind verärgert, die Veranstalter sprechen von einer Hetzjagd.

von
sma
Das gut besuchte Burning-Mountain-Festival in Zernez.

Das gut besuchte Burning-Mountain-Festival in Zernez.

Das Elektro-Festival Burning Mountain in Zernez endete am Wochenende für zahlreiche ­Besucher mit Durchfall und Erbrechen: Schon während des Festivals mussten sich um die 40 Personen wegen einer Magen-Darm-Infektion behandeln lassen. Facebook-User sprechen von über hundert Betroffenen – einige mussten gar ins Spital eingeliefert werden.

Im Netz machen sie ihrem Ärger Luft und berichten über schlechte hygienische Bedingungen. Obwohl etwa 6500 Besucher am Festival waren, gab es nur 28 Toiletten. «Diese waren oft überfüllt, sodass die Hygiene miserabel war. Das hat das ganze friedliche Fest überschattet», so Tina Schmitter von Eve & Rave, die seit drei Tagen flachliegt. «Das ist eine Frechheit.»

Organisatoren ergreifen Massnahmen

Andere Betroffene glauben, dass das Trinkwasser schuld ist. So heisst es auf Face­book: «Alle, die vom kostenlosen Wasser getrunken haben, sind krank geworden. Burning Mountain hat uns vergiftet.» Die Festival-Organisatoren winken ab: «Wir haben zu jeder Zeit sauberes Trinkwasser ­gratis zur Verfügung gestellt», heisst es in einer Stellungnahme. Die Hetzjagd, die auf Facebook betrieben werde, stehe in keinem Verhältnis zum Vorgefallenen.

«Einen Zusammenhang mit den sanitären Anlagen herzustellen geht nicht auf, da die Leute auch aus den Bächen getrunken haben.» Laut dem Graubündner Kantonschemiker Matthias Beckmann könnte denn auch das Essen verunreinigt gewesen sein: «Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter werden normalerweise über Lebensmittel übertragen.» Die Organisatoren wollen nun Massnahmen ergreifen und beim nächsten Mal mehr Toiletten und einen Lebensmittelinspektor auf dem Gelände haben.

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