Aktualisiert 06.10.2007 15:53

Festnahmen bei Gedenk-Konferenz für Politkowskaja

Am Rande einer geplanten Gedenk-Konferenz zu Ehren der ermordeten russischen Journalistin Anna Politkowskaja sind mehrere ausländische Menschenrechtler festgenommen worden.

Die insgesamt fünf Ausländer, drei Spanier, ein Brite und eine deutsche Mitarbeiterin von Amnesty International, stünden im Verdacht, gegen die Registrierungsvorschriften verstossen zu haben, sagte ein Polizeisprecher in der Stadt Nischni Nowgorod am Samstag der Agentur Interfax.

Die Behörden in der Wolgastadt hatten zuvor eine Menschenrechtskonferenz in Erinnerung an die vor einem Jahr ermordete Regierungskritikerin Politkowskaja verhindert.

Politkowskaja war am 7. Oktober 2006 vor ihrer Moskauer Wohnung erschossen worden. Kollegen der Journalistin beklagen, dass die russische Justiz die Ermittlungen in dem Fall Politkowskaja behindere.

Ein Jahr nach dem Mord gibt es weiterhin Zweifel an der Aufklärung der Tat. Die Tochter der Ermordeten rechnet einem Zeitungsbericht zufolge nicht mit einer Bestrafung der Verantwortlichen. «Wir leben in Russland, und hier ist alles käuflich», sagte Vera Politkowskaja der «Stuttgarter Zeitung» vom Samstag.

Die russische Regierungszeitung «Rossijskaja Gaseta» berichtete, ein ukrainischer Mafiaboss sei im Zusammenhang mit dem Mordfall festgenommen worden. Die «Nowaja Gaseta», für die Politkowskaja tätig war, bezweifelte die Angaben.

Am Sonntag wollen im Moskauer Stadtzentrum Oppositionsanhänger und Freunde der Ermordeten auf einer Kundgebung für eine objektive Aufklärung des Mordfalls demonstrieren.

(sda)

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