Aktualisiert 23.01.2008 17:26

Fetisch-Königin: Mit «Schnee» und Wodka in die Hausmauer

Mit Kokain, Marihuana und mindestens 2,72 Promille Alkohol im Blut ist die Geschäftsführerin eines Fetisch-Unternehmens in Langnau am Albis in eine Hausmauer geprallt. Heute war Gerichtstermin.

Erneut hat die Edeldroge Kokain eine Karriere abrupt beendet. Diesmal die Laufbahn einer erfolgreichen Zürcher Unternehmerin. Die heute 49-jährige Frau führte im Zürcher Rotlichtquartier das bekannte Lack- und Leder-Geschäft «Arabesque». Gleichzeitig aber auch ein Doppelleben. So galt sie an ihrem Wohnort in der Innerschweiz als Ehefrau und Mutter von zwei Kindern als biederer Familienmensch. In Zürich trat sie hingegen an wilden Partys als Fetisch-Königin auf.

Marihuana, Koks und Wodka am Steuer

Um die durchzechten Nächte durchzustehen, habe sie ab Sommer 2006 regelmässig aufputschendes Kokain genommen, gab die attraktive Frau am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Zürich zu. Die Nacht auf den 20. Oktober 2006 setzte dem unbeschwerten Party-Leben und dem Fetisch-Kult ein abruptes Ende. Nach einem Streit mit dem Ehemann fuhr sie mit ihrem Personenwagen am späten Nachmittag in Richtung Zürich. Wobei sie schon während der Fahrt Marihuana rauchte. Dann schnupfte sie auf einem Parkplatz im Sihltal Kokain und schüttete Wodka mit Cola in sich hinein. Wegen dem privaten und beruflichen Stress, wie sie vor den Schranken ausführte.

Fatale Blaufahrt nach Filmriss

Nach dem Aufenthalt in Sihlbrugg könne sie sich wegen eines Filmrisses an nichts mehr erinnern, führte sie aus. Es kann sein, dass die Angeschuldigte noch mehrere Stunden unterwegs war und sich vielleicht auch in Zürich aufgehalten hatte. Sicher ist jedenfalls, dass sie in der Nacht um 1.40 Uhr durch Langnau am Albis in Richtung Sihlbrugg fuhr und auf der Sihltalstrasse plötzlich die Herrschaft über ihren Wagen verlor. Sie krachte frontal in die Hausmauer einer Liegenschaft hinein und wurde dabei schwer verletzt.

Heute topseriös

Die Untersuchungen ergaben, dass die Blaufahrerin mit mindestens 2,72 Promille Alkohol und Drogen im Blut die Kollision verursacht hatte. Ein erschreckender Wert, wie der Gerichtspräsident dazu bemerkte. Vor den Schranken zeigte sich eine topseriöse Frau, die seit dem Unfall ein neues Leben begonnen hat. Sie besucht eine Therapie und schwört heute auf ein vollkommen abstinentes Dasein. Zudem hat sie ihr Fetisch-Geschäft aufgegeben und sich von der Szene verabschiedet. Sie wolle sich nur noch der Familie widmen, erklärte sie. Das Gericht ging deshalb von einer guten Prognose aus und setzte wegen der Blaufahrt und des Drogenkonsums eine bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 30 Franken fest. Verbunden mit einer Busse von 1000 Franken, welche die Angeschuldigte bezahlen soll. Zudem ordnete der Einzelrichter eine ambulante Massnahme an. Zum Schluss gratulierte der Vorsitzende der Mutter zu ihrer Stärke für einen Neuanfang. Sie habe nicht nur bloss Lippenbekenntnisse abgelegt, sondern wirklich auch etwas getan, sagte der Präsident.

Attila Szenogrady

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