Aktualisiert 27.09.2004 20:19

Fetisch-Palast im Kreis 2: Anwohner laufen Sturm

Im Zürcher Stadtkreis 2 entsteht mit dem Club Diadom der grösste Fetischschuppen der Schweiz. Die Quartierbewohner sehen Rot.

Die Fetischszene boomt. Nun soll in einem Gebäude der ehemaligen Sihlpapier an der Butzenstrasse 130 (bei der Maneggbrücke) alles geboten werden, was das Fetischistenherz höher schlagen lässt: Auf zwei Stockwerken und 1300 m2 können erotische Fantasien ausgelebt werden. Im Zentrum steht der Schlosssaal, eine über 500 m2 grosse Tanzfläche mit zwei Bars. Vor dem Gebäude sollen zudem 450 Gratis-Parkplätze entstehen.

Doch die Anwohner stellen sich dem Fetisch-Palast entgegen: «Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, um dieses Projekt zu verhindern», so Quartiervereinspräsident Martin Guglielmetti gegenüber 20 Minuten. Der Club stehe in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern: Ein solcher Betrieb sei für die Anwohner nicht zumutbar. «Ich finde dies das Allerletzte», doppelt die Leimbacherin R. H.* nach. «Das wird ein Puff mit Angeboten unter der Gürtellinie.»

Dem widersprechen die Macher: «Unser Club hat gar nichts mit Rotlicht zu tun», so eine Sprecherin. «Es werden an den Partys weder Prostituierte noch Animierdamen anwesend sein.»

Eigentlich hätten bereits am 25. September erstmals Lack-, Leder- und Gummifreunde abtanzen sollen. Wegen verschärften Sicherheitsvorschriften mussten aber zusätzliche Massnahmen getroffen werden. Nun wird der Club seine Pforten voraussichtlich Ende November öffnen.

Daniel Zumoberhaus

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.