Libor-Manipulation: Fette Boni für Skandal-Banker
Aktualisiert

Libor-ManipulationFette Boni für Skandal-Banker

Die Investmentbanker der britischen Royal Bank of Scotland sind stark in den Libor-Skandal verwickelt. Die Bank will nun ausgerechnet in diesem Geschäftsbereich fette Boni verteilen.

von
whr
Die britiche Öffentlichkeit wird keine Freude an den hohen Boni haben.

Die britiche Öffentlichkeit wird keine Freude an den hohen Boni haben.

Die Royal Bank of Scotland (RBS), die mehrheitlich dem britischen Staat gehört, will ihren Investmentbankern laut «Financial Times» über 290 Millionen Euro an Boni auszahlen. Der Geldsegen geht ausgerechnet in jenen Bereich der Bank, die massgeblich in die Manipulationen des Libor-Zinssatzes verwickelt war. Wegen des Skandals muss die RBS voraussichtlich 585 Millionen Euro Strafe zahlen.

Brisant ist, dass die RBS 2008 vom Staat mit einem Beitrag von 53 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch gerettet wurde. Seither ist die Bank mehrheitlich im Besitz des Staates, also der Steuerzahler. Diese müssen jetzt sozusagen für die fetten Boni und die drohende Busse wegen des Liborskandals aufkommen.

UBS musste 1,4 Milliarden Franken zahlen

Der Libor ist der wichtigste Referenzzinssatz der Welt, an ihn sind unzählige Finanztransaktionen auf der ganze Welt geknüpft. Der Zinssatz, der auf Basis von Eingaben grosser Banken täglich in London errechnet wird, ist zwischen 2006 und 2009 von Mitarbeitern einiger dieser Institute manipuliert worden.

Die UBS musste deswegen im Dezember umgerechnet 1,4 Mrd. Franken zahlen, eine der höchsten je gegen eine Bank verhängte Busse. Auf die Bank könnten auch potenziell kostspielige Klagen zukommen.

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