Russen beschiessen AKW - Brand in AKW gelöscht – Selenski warnt Westen

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Russen beschiessen AKWBrand in AKW gelöscht – Selenski warnt Westen

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine wurde immer wieder vor einem möglichen Beschuss der Atomkraftwerke des Landes gewarnt. Nun ist das grösste AKW Europas getroffen worden. Der Brand konnte inzwischen  gelöscht werden.

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27. September
27. September

Experten gehen davon aus, dass Sprengungen zu den Lecks in den Nord-Stream-Pipelines geführt haben.

REUTERS
27. September
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Eine Frau bei der Stimmabgabe in einem von Russland besetzten ukrainischen Gebiet.

Imago
25. September
25. September

Viele Russen wollen weiter nach Finnland einreisen.

Lehtikuva/Sasu Makinen via REUTERS

Bei Russlands Krieg gegen die Ukraine soll auch die Anlage von Europas grösstem Atomkraftwerk in der Nähe der Grossstadt Saporischschja beschossen worden sein. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sprach von einem gezielten Beschuss durch russische Panzer. «Wenn es eine Explosion gibt – das ist das Ende für alle. Das Ende für Europa. Die Evakuierung von Europa. Europa muss jetzt aufwachen», sagte Selenski in einer am Freitag bei Telegram veröffentlichten Videobotschaft. «Gerade jetzt beschiessen russische Panzer die Reaktorblöcke», sagte Selenski. «Der Terroristen-Staat verlegt sich jetzt auf Nuklear-Terror.» Offenbar wolle Russland die Atomkatastrophe von Tschernobyl «wiederholen».  

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Das AKW liegt im Süden des Landes nahe der Stadt Saporischschja. 

Das AKW liegt im Süden des Landes nahe der Stadt Saporischschja. 

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Präsident Selenski spricht von «Nuklear-Terror» seitens Russland. 

Präsident Selenski spricht von «Nuklear-Terror» seitens Russland. 

AFP

«Da sind mit Wärmebildkameras ausgestattete Panzer. Das heisst, sie wissen, wohin sie schiessen, sie haben sich darauf vorbereitet», sagte der Staatschef. Unabhängig überprüfen liessen sich diese Aussagen zunächst nicht. «Das grösste Kernkraftwerk Europas brennt», sagte er. 

US-Präsident Joe Biden forderte Russland nach einem Telefonat mit Selenski auf, seine militärischen Aktivitäten in dem Gebiet um das AKW einzustellen. Die russische Armee müsse Feuerwehrleuten und Rettungskräften den Zugang zu dem Gelände zu ermöglichen, so Biden. Auch der britische Premier Boris Johnson sei informiert, teilte die Regierung in London mit. Später sagte Johnson, dass die «rücksichtslosen Aktionen» von Putin «nun die Sicherheit ganz Europas direkt gefährden» könnten. Johnson wolle deshalb eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates erreichen. 

Keine erhöhte Strahlung

Es sei ein Feuer auf dem Gelände des Kraftwerks ausgebrochen, wie der Pressedienst des AKWs mitteilte. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien wurde eingeschaltet. Es gebe bisher keine Berichte über eine erhöhte Strahlung, hiess es. 

IAEA-Chef Rafael Grossi spreche mit dem ukrainischen Regierungschef Denys Schmyhal über die «ernste Situation» im Kernkraftwerk Saporischschja, rufe zur Einstellung der Gewalt auf und «warnt vor ernsthaften Gefahren, wenn Reaktoren getroffen werden», schrieb die Behörde am Freitagmorgen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Nach Angaben der ukrainischen Behörden ist das Feuer in einem Ausbildungszentrum in der Atomanlage ausgebrochen. In dem AKW sei aktuell nur der vierte Block in Betrieb.

Moskau hatte die IAEA informiert, dass russische Einheiten das Gebiet um das Atomkraftwerk Saporischschja – das grösste ukrainische AKW – unter ihre Kontrolle gebracht haben. Aus Sicht der IAEA steht somit auch die Anlage selbst unter russischer Kontrolle, obwohl der Betrieb durch ukrainische Mitarbeitende und unter der Aufsicht von Behörden in Kiew fortgeführt wird.

Brand gelöscht

Am Freitagmorgen konnte der Brand gelöscht werden, wie die ukrainischen Behörden meldeten. Die regionale ukrainische Militärverwaltung erklärte in einer Mitteilung, bei dem Feuer im Atomkraftwerk Saporischschja in Enerhodar sei ein Teil des betroffenen Reaktors beschädigt worden, es bestehe jedoch keine Gefahr für die Sicherheit.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

(DPA/roy)

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