Aktualisiert 04.08.2004 07:10

Feuerhölle Supermarkt: Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Zwei Tage nach der Brandkatastrophe in einem paraguayischen Supermarkt mit hunderten von Toten sind der Besitzer und fünf weitere Personen der fahrlässigen Tötung beschuldigt worden.

Richter Pedro Dario Portillo habe Untersuchungshaft für den Besitzer Juan Pio Paiva angeordnet, während die Ermittlungen weiter gingen, meldete der paraguayische Fernsehsender Kanal 13.

Gene einen Geschäftspartner Paivas und vier Wachleute seien dieselben Vorwürfe erhoben worden. Paiva wurde am Dienstag in ein Gefängnis bei Asunción eingeliefert. «Mein Gewissen ist rein!», rief er aus und beteuerte vehement seine Unschuld. Eine Entscheidung des Gerichts zu Vorwürfen gegen Paivas Sohn Victor Daniel steht dem Fernsehbericht zufolge noch aus.

Die Anklagen kamen nach der Aussage eines Wachmanns, die Geschäftsleitung habe bei Ausbruch des Feuers am Sonntag die Türen verschliessen lassen, um Plünderungen zu verhindern. Die Behörden veröffentlichten die Aussage. Sie teilten ferner mit, dass die Zahl der Todesopfer auf 464 in die Höhe geschnellt sei und noch 409 Menschen in Krankenhäusern behandelt würden. Das Flammeninferno ist damit eine der schwersten Katastrophen in dem lateinamerikanischen Land seit Jahrzehnten.

Staatsanwalts Edgar Sanchez sagte zu der Aussage des Wachmanns, dieser wisse nicht, wer die Schliessung der Türen anordnete. (dapd)

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