Feuerteufel drohen zehn Jahre Haft
Aktualisiert

Feuerteufel drohen zehn Jahre Haft

Ein ehemaliger
Feuerwehrmann hat
während zwei Jahren im
Fürstenland zig Brände
gelegt – und sogar den
eigenen Hof abgefackelt.
Nun soll er für zehn
Jahre hinter Gitter.

Verhaftet wurde der heute 31-jährige Familienvater im Januar 2005. Bis dahin hatte er in der Region Fürstenland Waldhütten, Holzlager und drei landwirtschaftliche Liegenschaften in Brand gesteckt, unter anderem auch seinen eigenen Hof in Algetshausen. Für den Wiederaufbau erhielt der Mann sogar Spenden aus der Dorfbevölkerung. Umso grösser war die Empörung, als sich herausstellte, dass er der Feuerteufel war. Für Unverständnis sorgte auch seine Entlassung aus dem Gefängnis im November 2005. «Viele Leute haben gesagt, dass so einer in unserem Dorf nichts verloren hat», sagt Jacqueline Wyder, Präsidentin des Einwohnervereins Algetshausen.

Auch wenn der Fall schon über zwei Jahre zurückliegt, sorgt er im 600-Seelen-Dorf noch immer für Emotionen. Laut Wyder gibt es zwei Parteien. Die einen fordern eine harte Strafe, die anderen haben Mitleid mit dem Mann, der Ende letzten Jahres Vater wurde. Gestern stand er vor dem Kreisgericht. Die Anklage forderte eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren. Das Urteil soll heute folgen.

sda/sas

Triebhafte Brandstiftung

Dass Leute von der Feuerwehr zu Brandstiftern werden, ist keine Seltenheit. Warum der Täter von Algetshausen Brände gelegt hat, ist zwar noch unklar. Wenn Feuerwehrmänner selber Brände legen, handelt es sich in der Regel aber um Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung: der Pyromanie. Ein Pyromane kann sich durch den Anblick eines Feuers von Spannung befreien. Oder er wird sexuell erregt. Dabei handelt es sich um eine unkontrollierte Triebhandlung.

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