Aktualisiert 28.11.2004 22:34

Feuerwehr-Drama: Ein Dorf steht unter Schock

Trauer, Tränen und viele Kerzen: Hunderte pilgerten gestern zur Tiefgarage in Gretzenbach (SO), wo die Katastrophe passierte. Sieben Feuerwehrmänner wurden hier am Samstag getötet.

Feuerwehrmann René Hauri (19) zündet ein Kerze an, schaut lange in die Flamme. «Das waren meine Kameraden. Sie haben ihr Leben geopfert», sagt er. Er musste mitansehen, wie zwei seiner Kollegen tot geborgen wurden. «Es hätte jeden treffen können.» Dann mag er nicht mehr sprechen, Tränen schiessen in seine Augen.

Das Drama ereignete sich am Samstagmorgen: Nach einem Brand stürzte die Decke einer Tiefgarage ein. Die Trümmer begruben elf Feuerwehrmänner. Drei konnten sich selber befreien, einer wurde gerettet. Für sieben Männer, darunter drei Familienväter, kam jede Hilfe zu spät. Sie starben unter den Trümmern.

Gretzenbach steht unter Schock. Hunderte pilgerten gestern an die Unglücksstelle und trauerten. «Niemand kann verstehen, warum die Tragödie passieren musste», sagt Deborah Köhn (20). Was der Grund für den Brand war und warum die Decke einstürzte, wird jetzt untersucht.

Glück hatte Alexander Gruenig (20): Er wurde zwar zum fatalen Einsatz aufgeboten, konnte aber nicht hingehen, weil er noch im Militär war. «Das ist alles unvorstellbar traurig», sagt er schockiert.

Andrea Abbühl

Bundesrat spricht Beileid aus

Das bislang folgenschwerste Unglück in der Schweizer Feuerwehrgeschichte hat landesweit Betroffenheit ausgelöst.

Bundespräsident Joseph Deiss und Bundesrat Samuel Schmid sprachen den Angehörigen und Freunden der Opfer ihr Beileid aus.

Spezialisten nehmen heute die Ermittlungen zur Unglücksursache auf. Anzeichen für bauliche Mängel an den Ende der 80er-Jahre erstellten Mehrfamilienhäusern und der dazugehörigen Tiefgarage gab es bisher nicht.

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