Basel: Feuerwehr fängt Luchs in Wohnquartier

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BaselFeuerwehr fängt Luchs in Wohnquartier

Ein Luchs verirrte sich am Mittwoch im Gundeldinger-Quartier. Wie das Tier dorthin kam, ist zurzeit nicht bekannt.

von
jd

Ein Luchs verirrte sich am Mittwoch in das Basler Gundeldinger Quartier. (Video: Marie Peinado)

Ein ungewöhnlicher Gast strich am Mittwoch durch die Gundeldinger Quartierstrassen: Was auf den ersten Blick wie eine kräftige Katze aussah, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als Luchs. Augenzeugin Marie Peinado war auf der Suche nach einem Parkplatz, als sie das Raubtier hinter einem Busch entdeckte. «Seine Gelassenheit fand ich ungewöhnlich, zumal er sich in einer ihm ungewöhnlichen Umgebung aufhalten musste», erzählte sie der «Basler Zeitung».

Der Luchs sei nervös geworden und habe in einer halsbrecherischen Aktion die stark befahrene Dornacherstrasse überquert. Mittlerweile folgte dem verängstigten Tier eine Gruppe Passanten – diese wussten aber nicht, wie sie ihm helfen sollten. Peinado informierte die Feuerwehr, die den Luchs schliesslich in einem Hauseingang in einen Käfig sperren konnte.

Mutter verloren

Laut den Angaben einer Tierärztin habe es sich beim Raubtier um ein halbjähriges Junges gehandelt, das vermutlich seine Mutter verloren habe. Wieso es inmitten der Stadt Unterschlupf gesucht habe, sei unklar. Die Feuerwehr habe das Jungtier vorerst im Tierpark Lange Erlen untergebracht.

Er sei bei seiner Ankunft noch etwas nervös gewesen, Verletzungen habe er jedoch keine, so Claudia Baumgartner vom Tierpark. «Nun ist er schon wieder fleissig am fressen.» Noch wisse man nicht, wo der Luchs herkomme, ob es sich um ein Wildtier handle oder ob der Luchs jemandem gehöre. Unklar sei zudem, ob es ein Männchen oder ein Weibchen sei.

Zukunft im Tierpark?

Untersuchungen werden einige der Fragen beantworten. «Vielleicht ist der Luchs gechippt, dann können wir die Herkunft feststellen. Anderenfalls suchen wir in der Umgebung, ob es andere Tiere hat, die zu seiner Familie gehören könnten», so Baumgartner. Finde man keine anderen Tiere, sei es auch möglich, dass sich der Luchs zu den bereits im Park ansässigen Luchsen geselle. Das weitere Vorgehen werde nun unter anderem mit dem Kantonstierarzt und der Raubtier-Forschungsstelle KORA besprochen.

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