24.08.2020 02:56

KalifornienFeuerwehrmann wird während Einsatz bestohlen

Sie setzen ihr Leben ein, um das der anderen zu retten – so auch bei den aktuellen Waldbränden an der amerikanischen Westküste. Für eine Feuerwehreinheit hat ein Einsatz aber mit einer bösen Überraschung geendet.

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In Kalifornien wüten Waldbrände.

In Kalifornien wüten Waldbrände.

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Inzwischen verteilen sich über 500 Waldbrände über den Bundesstaat im Westen den USA.

Inzwischen verteilen sich über 500 Waldbrände über den Bundesstaat im Westen den USA.

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Über 100’000 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

Über 100’000 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

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Darum gehts

  • In Kalifornien wüten derzeit heftige Waldbrände – Blitzeinschläge und Trockenheit gelten als Ursache.
  • Während eines Einsatzes wurde das Auto eines Einsatzleiters ausgeraubt.
  • Bislang sind nur wenige Brände unter Kontrolle.

Ein Kommandant, der sich mit seinem Team gerade um einen der vielen Brandherde in Kalifornien kümmerte, wurde bei seiner Rückkehr zum Auto böse überrascht. In seinen Wagen wurde eingebrochen und das Portemonnaie gestohlen, wie es gemäss abc7.com heisst. «Es ist einfach nur traurig und widerwärtig», sagte der Chef des Bestohlenen, Mark Bunton, an einer Pressekonferenz. «Wir geben hier alles und versuchen, der Gemeinde zu helfen und dann passiert leider so etwas.»

Dies sei ein anderer Grund, warum man sich nicht in der Evakuierungszone aufhalten solle. «Nicht nur, um Verletzungen zu vermeiden, sondern auch um solche Plünderer nicht reinzulassen.»

Wenige Brände unter Kontrolle

Bei den jüngsten Waldbränden in Kalifornien wurden bislang 5300 Quadratkilometer Land verwüstet. Die Einsatzkräfte schlugen immer neue Schneisen in die Wälder, um die Ausbreitung der Flammen zu verlangsamen, wie die Feuerwehr mitteilte. Dennoch konnten bisher nur wenige Brände unter Kontrolle gebracht werden.

Zwei der 585 Feuer, die seit dem 15. August ausbrachen, zählen die Behörden zu den grössten in der jüngeren Geschichte Kaliforniens. Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben, 120’000 Bürger wurden angewiesen, ihre Häuser zu verlassen und sich vor den herannahenden Flammen in Sicherheit zu bringen. Mehr als 14’000 Feuerwehrleute sind derzeit im Einsatz. TV-Aufnahmen zeigen gewaltige Feuersbrünste, verkohlte Wälder und dichte, schwarze Rauchwolken.

Gefangene als Helfer fehlen

Am Samstag hatte eine leichte, kühle Brise der Feuerwehr geholfen, die Brände zumindest vorübergehend in einigen Gebieten zurückzudrängen, wie die «New York Times» berichtete. Am Sonntag jedoch warnten US-Meteorologen vor Gewittern. Blitzeinschläge und die grosse Trockenheit, die in Kalifornien zuletzt herrschte, gelten als Ursache der Brände.

Die Feuerwehr geriet in den vergangenen Tagen an ihre Grenzen. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom bat deshalb andere US-Bundesstaaten sowie Kanada und Australien um Personal, Fahrzeuge und Löschflugzeuge. Ein Grund für den Mangel an Feuerwehrleuten: In Kalifornien helfen normalerweise Gefängnisinsassen bei der Bekämpfung der Waldbrände – in den vergangenen Wochen jedoch wurden viele frühzeitig entlassen, weil sich in den Haftanstalten das Coronavirus ausbreitete.

Präsident Donald Trump erklärte die Brände auf Anfrage Kaliforniens zur schweren Katastrophe, um Gelder der amerikanischen Regierung für Notunterkünfte, Reparaturen und Verluste zur Verfügung zu stellen. Gouverneur Newsom hatte bereits am Dienstag den Notstand für Kalifornien ausgerufen.

Schlechte Luftqualität

Besonders schlimm wüten die Flammen in einem Gebiet östlich des Silicon Valley, wo viele amerikanische Tech-Firmen ihren Sitz haben. Dort wuchs der sogenannte SCU Lightning Complex, eine Gruppe von 20 einzelnen Bränden, inzwischen auf fast 1400 Quadratkilometer an. Ähnliche Ausmasse erreichte auch der LNU Lightning Complex im Napa Valley. Noch grösser als diese beiden Feuer war nur der Mendocino Complex im Jahr 2018, als fast 1900 Quadratkilometer Land brannten.

Die Umweltbehörde EPA fürchtete eine Verschlechterung der schon jetzt extrem niedrigen Luftqualität. Die Experten riefen für manche Gebiete in Kalifornien zeitweise die höchste Warnstufe aus: «Hazardous», auf Deutsch «gefährlich». Ähnlich schmutzig ist die Luft der EPA zufolge nur in wenigen anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in smogbelasteten Industriestädten Indiens und Mexikos.

(SDA)

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13 Kommentare
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Klaas K.

24.08.2020, 06:56

Milizfeuerwehren sollten abgeschafft werden. Preis-Leistungsverhältnis stimmt da überhaupt nicht.

Klaas K.

24.08.2020, 06:46

Aufgabe der Feuerwehren in der Schweiz: Katzen von den Bäumen holen. Mehr läuft da nicht.

partycrack

24.08.2020, 06:44

Cool. Danke für den Lacher. Dieser Feuerwehrmann made my day.