Lauberhorn-Favorit: Feuz und Wengen – eine sonderbare Romanze
Aktualisiert

Lauberhorn-FavoritFeuz und Wengen – eine sonderbare Romanze

Beat Feuz mag das Lauberhorn. Und das Lauberhorn mag Beat Feuz. Dabei passen die beiden gar nicht zusammen.

von
Philipp Rindlisbacher
Wengen
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Geschafft! Beat Feuz nach seiner Siegesfahrt vor sechs Jahren.

Geschafft! Beat Feuz nach seiner Siegesfahrt vor sechs Jahren.

AP/Marco Trovati
Später vor der Medaillenfeier in Wengen: Feuz bahnt sich den Weg durch die Fanmassen.

Später vor der Medaillenfeier in Wengen: Feuz bahnt sich den Weg durch die Fanmassen.

Keystone/Peter Klaunzer
Der Berner gewinnt 2012 vor dem Österreicher Hannes Reichelt (l.) und Christof Innerhofer aus Italien.

Der Berner gewinnt 2012 vor dem Österreicher Hannes Reichelt (l.) und Christof Innerhofer aus Italien.

Keystone/Peter Klaunzer

Der Emmentaler sagt: «Ich finde keine Erklärung dafür.» An und für sich ist die Strecke mit den vielen Gleitpassagen, aber überschaubaren technischen Schwierigkeiten nicht auf den Abfahrts-Weltmeister zugeschnitten.

Feuz mag es genau andersrum. «Es spricht nicht viel dafür, dass ich hier schnell bin. Manchmal staune ich selber.» Feuz und Wengen – es ist eine Liebesgeschichte, in der drei Kapitel rausstechen. Am Samstag will Feuz dieser Geschichte ein weiteres Kapitel hinzufügen. Neben Aksel Svindal und Kjetil Jansrud gilt er als Topfavorit.

Die Premiere

2010 büsste er sechs Sekunden auf Sieger Carlo Janka ein. Es resultierte Platz 42, gerade mal fünf Fahrer (darunter einen Andorraner und einen Belgier) liess er hinter sich. Masslos überfordert sei er gewesen mit der Länge des Rennens, den zweieinhalb Minuten. «Bis zur Hälfte ging es halbwegs, aber kurz danach war mein Tank leer.» Weitgehend aufrecht sei er das Ziel-S gefahren, «nach ein paar Fehlern gings nur noch darum, unten anzukommen».

Der Triumph

2012 fuhr Feuz im Klassiker allen davon. «Das war die perfekte Fahrt. Es wird extrem schwierig, nochmals an diese Leistung heranzukommen.»

(Video: Youtube/Alexx87)

«Der finanzielle Schaden wird recht gross sein»

Urs Näpflin spricht über den Wiederaufbau in Wengen. (Video: Tamedia/Fabian Sangines)

Die Rückkehr

Bis zum Wiedersehen dauerte es zwei weitere Jahre. Noch Ende 2012 hatten die Ärzte infolge einer bakteriellen Infektion im linken Knie eine Unterschenkelamputation in Erwägung gezogen. Feuz aber kämpfte sich zurück, er wurde in Wengen Zehnter. Mehr oder weniger auf einem Bein sei er runtergefahren, «konditionell war ich meilenweit von Weltklasse-Niveau entfernt», so der heute 30-Jährige.

2-Millionen-Aussicht aufs Lauberhorn

Für über zwei Millionen Franken kann man Besitzer einer edlen Residenz in Wengen werden. Der finanzielle Aufwand wird mit VIP-Aussicht auf die Abfahrtspiste in Wengen belohnt.

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