Schwere Vorwürfe - FHNW bediente sich an Kreditkarte von Student und schmiss ihn raus
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Schwere VorwürfeFHNW bediente sich an Kreditkarte von Student und schmiss ihn raus

Der Student wehrte sich gegen den Ausschluss und bekam vom Aargauer Verwaltungsgericht nun Recht. Die Schule musste ihm unter Strafandrohung die Abschlussprüfung abnehmen.

von
Steve Last
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Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) befindet sich im Streit mit einem ihrer Abgänger.

Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) befindet sich im Streit mit einem ihrer Abgänger.

Kantons BS/Sabine Schneeberger
Wäre es nach der Schule gegangen, hätte der Mann dort nie abgeschlossen, wie die «Basler Zeitung» berichtet.

Wäre es nach der Schule gegangen, hätte der Mann dort nie abgeschlossen, wie die «Basler Zeitung» berichtet.

Kanton BS/Juri Weiss
Das Verwaltungsgericht Aargau verdonnerte die FHNW, den Studenten seine Prüfung ablegen zu lassen.

Das Verwaltungsgericht Aargau verdonnerte die FHNW, den Studenten seine Prüfung ablegen zu lassen.

Kanton AG

Darum gehts

  • Ein Student der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) erhebt schwere Vorwürfe gegen die Institution.

  • Die Schule soll in einem von ihm privat gekauften Programm seine Kreditkarte belastet haben.

  • Als er das Passwort änderte, sei der Streit eskaliert und man habe ihn kurz vor seinem Abschluss ausgeschlossen.

  • Ein Gericht hat die Schule dazu verdonnert, dem Studenten seine Prüfung abzunehmen.

Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) musste einem ihrer Studenten die Bachelor-Prüfung abnehmen. Dazu wurde sie vom Verwaltungsgericht Aargau verurteilt, wie die «Basler Zeitung» (Paywall) berichtet. Zuvor habe das Hyperwerk, das Institut an dem der Mann studierte, ihn ausgeschlossen – entgegen der Empfehlung der schuleigenen Kommission.

Dem Ausschluss ging ein längerer Streit voraus, wie die Zeitung berichtet. Das Hyperwerk soll von dem Studenten verlangt haben, ein privat gekauftes Programm zur Verfügung zu stellen. Dies habe er verweigert. Als er gemerkt habe, dass die Schule im Programm seine Kreditkarte mit einem digitalen Einkauf belastet habe, habe er das Passwort geändert. Laut dem Artikel wirft die Schule dem Studenten im Gegenzug vor, ein Sofa gestohlen zu haben. Beweise für diese gegenseitigen Anschuldigungen werden keine genannt.

«Ausschluss unverhältnismässig»

Zwar studierte der Mann in Basel, das Hauptquartier der FHNW ist jedoch in Windisch AG. Darum beschäftigte sich das Verwaltungsgericht Aargau mit dem Fall. Es gab «keine wichtigen Gründe für einen Studienausschluss», zitiert die «BaZ» aus dem Urteil. Die Argumente der Schule seien «nicht nachvollziehbar» und der «Ausschluss unverhältnismässig».

Am Ende wurde die FHNW unter Androhung einer Busse von 10’000 Franken dazu verdonnert, den Studenten seine Prüfung machen zu lassen. Er war zum Zeitpunkt des Ausschlusses kurz davor gestanden. Laut der «BaZ» ist die Sache aber noch nicht vorbei. So seien noch 40 Beschwerden des Studenten hängig, die Schule drohe ihrerseits mit einer Aberkennung des Diploms.

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