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Fiat-Boss schrottet Ferrari auf der A1

Bei einem spektakulären Unfall auf der Autobahn A1 bei Gunzgen (SO) ist ein Ferrari von der Fahrbahn abgekommen und auf die Leitplanke geprallt. Am Steuer sass Fiat-Chef Sergio Marchionne.

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa zitierte am Samstag eine Fiat nahestehende Quelle, wonach Marchionne den Unfall unverletzt überstanden habe. Von Genf kommend sei er danach programmgemäss nach Rüschlikon ZH weitergereist, um an einem Workshop einer Schweizer Bank teilzunehmen.

Gemäss Polizeimitteilung vom Samstag spielten sich die Ereignisse am Freitagnachmittag wie folgt ab: Ein 76-jähriger Franzose war mit seinem Renault Laguna im Kanton Solothurn auf der Überholspur der A1 in Richtung Zürich unterwegs. Die vor ihm fahrenden Autos gerieten ins Stocken, weshalb der Fahrer abbremste und sein Auto zum Stillstand brachte. Der rote Ferrari folgte mit einem Abstand von rund 25 Metern und fuhr rund 100 Kilometern pro Stunde. Als der 55-jährige Lenker aus dem Kanton Zug das Manöver vor ihm wahrnahm, leitete er eine Vollbremsung ein, konnte aber eine Kollision mit dem Heck des Renault nicht mehr verhindern.

Durch die Wucht des Aufpralls wurden im Ferrari 599 GTB die Airbags ausgelöst, worauf der Fahrer nichts mehr sehen konnte und sein Auto nach rechts steuerte. Dabei geriet das Fahrzeug über den Normal- und Pannenstreifen auf das Anschlussstück der Leiteinrichtung, schlitterte halb auf der Leitplanke weiter und kam schliesslich stark beschädigt zum Stillstand. Verletzt wurde laut Polizei niemand. Der Sachschaden an Fahrzeugen und Autobahneinrichtung beläuft sich auf mehrere zehntausend Franken. Der beim Unfall beschädigte Ferrari 599 GTB Fiorano ist das derzeit teuerste Strassenmodell, welches der italienische Sportwagenhersteller anbietet. Ferrari gehört zum Fiat-Konzern.

Der 55-jährige Italo-Kanadier Marchionne ist Chef des Fiat-Konzerns und massgeblich an der Sanierung des italienischen Autobauers beteiligt. Unter anderem hatte er Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehörten, abgestossen und war Allianzen mit anderen Herstellern zur Senkung der Kosten eingegangen. Marchionne ist seit seiner Zeit als Algroup-Konzernchef in der Schweiz ansässig. Zurzeit ist er Verwaltungsratspräsident des Genfer Warenkontrollkonzerns SGS und Mitglied des UBS-Verwaltungsrats.

Quelle: SDA/AP

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