Ciao Italia: Fiat zügelt in die Niederlande

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Ciao ItaliaFiat zügelt in die Niederlande

Neustrukturierung: Fiat Chrysler hat seinen rechtlichen Firmensitz von Turin in die Niederlande verlegt. Heute ist einer der wichtigsten Tage, sagt Konzernchef Sergio Marchionne.

Ein Fiat-Mitarbeiter in Turin.

Ein Fiat-Mitarbeiter in Turin.

Der traditionsreiche italienische Autobauer Fiat kehrt Italien den Rücken: Der neue Konzern Fiat Chrysler Automobiles wird seinen rechtlichen Firmensitz in den Niederlanden haben. Die Aktien des Konzerns sollen in New York und Mailand gehandelt werden, wie Fiat am Mittwoch in Turin mitteilte.

Die Entscheidung über die Neustrukturierung nach der vollen Fusion von Fiat und Chrysler traf der Verwaltungsrat am bisherigen Firmensitz Turin. Zu erwarten sei, dass der Konzern mit dem neuen Firmennamen Fiat Chrysler Automobiles (FCA) aus Steuergründen auch einen Sitz in Grossbritannien haben werde, heisst es in der Mitteilung weiter.

Neues Kapital

«Mit der Schaffung von Fiat Chrysler Automobiles beginnt ein neues Kapitel unserer Geschichte», sagte John Elkann, Präsident des Fiat-Verwaltungsrates. «Heute ist einer der wichtigsten Tage in meiner Karriere bei Fiat und Chrysler», fügte Konzernchef Sergio Marchionne an.

Mit der Verlegung folgt Fiat einem ähnlichen Schritt wie der Schwesterkonzern CNH Industrial, den es nach seiner Umstrukturierung ebenfalls ins Ausland zog.

Enttäuschendes Jahresende

Fiat hat trotz der guten Lage seiner US-Tochter Chrysler zum Jahresende enttäuscht. Weil neben Europa auch das Geschäft in Lateinamerika krankte, verfehlte der italienische Autobauer die Erwartungen von Experten deutlich.

Im vierten Quartal machte Fiat 931 Mio. Euro bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Das waren zwar fünf Prozent mehr als vor einem Jahr – Analysten hatten im Schnitt allerdings über 1,1 Mrd. Euro erwartet. Weil Fiat ausserdem die Dividende strich, gab der Aktienkurs fast vier Prozent nach.

Auch der Ausblick für das laufende Jahr lag unter den Marktprognosen. Zusammen mit der inzwischen komplett übernommenen Tochter Chrysler peilt Fiat rund 3,6 bis 4,0 Mrd. Euro operativen Gewinn an. Der Umsatz soll auf rund 93 Mrd. Euro klettern. Am Nachmittag dürfte der Konzern unter anderem Details zum künftigen Sitz der Zentrale bekanntgeben.

15 Prozent weniger Verkäufe

Auf dem kriselnden Heimatkontinent, zu dem der Konzern auch das Geschäft in Afrika und dem Nahen Osten zählt, verringerte Fiat die Verluste im vierten Quartal zwar von 120 auf 50 Mio. Euro. In Lateinamerika brach der Gewinn aber um über 80 Prozent auf 44 Mio. Euro ein.

Dort hatte Fiat im vierten Quartal 15 Prozent weniger Autos verkauft und sogar ein Viertel weniger Umsatz gemacht. Aufwärts ging es lediglich mit dem Gewinn aus Chryslers US-Geschäft und den Luxusmarken Ferrari und Maserati. (sda)

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