170 Kinder betroffen: Fieberhafte Suche nach Ursache von mysteriösen Hepatitis-Fällen
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170 Kinder betroffenFieberhafte Suche nach Ursache von mysteriösen Hepatitis-Fällen

In mehreren Ländern häufen sich Erkrankungen von Kindern an Hepatitis, in manchen Fällen brauchten Erkrankte Spenderorgane. Forscher tappen bei den Gründen noch im Dunkeln, haben aber wohl erste ursächliche Zusammenhänge gefunden.

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Mysteriöse Hepatitis-Fälle, die bei Kindern auftreten, stellen Forschung und Wissenschaft vor ein Rätsel.

Mysteriöse Hepatitis-Fälle, die bei Kindern auftreten, stellen Forschung und Wissenschaft vor ein Rätsel.

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Die üblichen Viren, die für gewöhnlich Hepatitis-Infektionen auslösen, konnten bei den Fällen nicht nachgewiesen werden.

Die üblichen Viren, die für gewöhnlich Hepatitis-Infektionen auslösen, konnten bei den Fällen nicht nachgewiesen werden.

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Ärzte und Ärztinnen und Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ziehen daher andere Ursprünge in Betracht, etwa das Coronavirus, andere Viren und Umweltfaktoren.

Ärzte und Ärztinnen und Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ziehen daher andere Ursprünge in Betracht, etwa das Coronavirus, andere Viren und Umweltfaktoren.

20 Min/Carole Alkabes

Darum gehts

  • Eine ungewöhnliche Häufung von Hepatitis-Erkrankungen macht Wissenschaftlern Sorgen.

  • Die Forscher suchen nach wie vor nach den Ursachen der Erkrankungen.

  • Eine vielversprechende Spur ist das Vorhandensein von Adenoviren bei Erkrankten – teils in Kombination mit einer Infektion mit Sars-CoV-2.

Bei fast 170 Kindern in mehreren Ländern sind in den vergangenen Wochen rätselhafte Hepatitis-Erkrankungen aufgetreten. Mindestens ein Kind ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher an einer solchen Entzündung der Leber gestorben. Der genaue Auslöser ist noch unbekannt. Ein Überblick über die bisherigen Erkenntnisse.

Wo sind die Hepatitis-Fälle aufgetreten?

Die ersten fünf Fälle wurden am 31. März in Schottland gemeldet. Bei keinem der betroffenen Kindern wurden die bekannten Erreger von Hepatitis A, B, C, D oder E nachgewiesen, wie Meera Chand, Expertin für neu auftretende Infektionskrankheiten bei der britischen Behörde für gesundheitliche Sicherheit, sagte. Solche Fälle seien sehr selten. In Schottland würden im Jahr nur vier bis fünf Hepatitis-Fälle mit unbekanntem Auslöser diagnostiziert. In ganz Grossbritannien wurden nach Angaben der WHO bis zum vergangenen Wochenende insgesamt 114 Fälle gemeldet. Spanien liegt mit 13 Fällen an zweiter Stelle, gefolgt von Israel mit zwölf und den USA mit neun Fällen.

Weitere Fälle wurden unter anderem in Dänemark, Irland, den Niederlanden, Italien, Norwegen, Frankreich, Rumänien und Belgien verzeichnet. Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilte am Donnerstag in seinem Epidemiologischen Bulletin mit, in Deutschland sei dem RKI bisher ein Fall übermittelt worden, der der Falldefinition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entspricht. Die Erkrankung sei bereits im Januar aufgetreten.

Wer ist betroffen?

Die Hepatitis-Erkrankungen traten bei Kindern im Alter von einem Monat bis 16 Jahren auf. Betroffen waren vor allem Kinder unter zehn Jahren, am häufigsten erkrankten unter Fünfjährige. Die grosse Mehrheit der betroffenen Kinder war vor der Erkrankung gesund. Zu den ersten Symptomen zählten Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Gelbsucht.

Maria Buti, Vorsitzende der Europäischen Arbeitsgemeinschaft zum Studium der Leber (EASL), sagte, ihre Hauptsorge sei die Schwere der Erkrankung. 17 Kinder seien so schwer erkrankt, dass ihnen eine neue Leber transplantiert werden musste.

Auch  Aikaterini Mougkou von der EU-Gesundheitsbehörde ECDC äusserte sich besorgt. Ihrer Ansicht nach könnten noch mehr Kinder mit leichteren Symptomen betroffen sein. «Da wir die Ursache nicht kennen, kennen wir auch den Übertragungsweg nicht», sagte Mougkou. Daher sei auch unklar, wie die Erkrankung verhindert und behandelt werden könne.

Welche Ursachen wurden ausgeschlossen und welche noch geprüft?

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die bei gesunden Kindern nur selten auftritt. Nach Angaben von Chand gibt es keinen Zusammenhang mit dem Schmerzmittel Paracetamol, das bei einer Überdosierung zu Leberversagen führen kann. Auch ein Zusammenhang mit Corona-Impfstoffen wird ausgeschlossen, da die meisten betroffenen Kinder gar nicht geimpft waren.

Nach Angaben der WHO wurden allerdings bei 74 Betroffenen Adenoviren nachgewiesen. Diese weit verbreiteten Erkältungsviren führen meist nicht zu schweren Erkrankungen. In Grossbritannien wurden laut Chand bei 75 Prozent der Patienten Adenoviren gefunden. Sie vermutet eine Kombination aus einer normalen Infektion mit einem Adenovirus und einem weiteren erschwerenden Faktor. Als möglich gilt auch, dass betroffene Kleinkinder keine Immunität gegen Adenoviren aufgebaut haben, weil sie in der für ihr Immunsystem «prägenden Phase» durch Corona-Massnahmen wie Lockdowns und Maskenpflicht vor Infektionen geschützt waren.

In mehreren Ländern wurde nach WHO-Angaben nach der Lockerung der Corona-Massnahmen eine «unerwartete Zunahme» von Adenovirus-Infektionen registriert. Als andere mögliche Ursachen werden nach Angaben Chands eine Doppelinfektion mit einem Adeno- und dem Coronavirus oder eine vorangegangene Corona-Infektion geprüft. Bei 19 der 169 Erkrankten wurden demnach sowohl ein Adenovirus wie auch das Coronavirus nachgewiesen, bei 20 nur das Coronavirus.

Was können Eltern tun?

Buti rät dazu, die auch zum Schutz vor dem Coronavirus empfohlenen Hygienemassnahmen zu beachten. Kinder sollten sich vor allem regelmässig die Hände waschen. Kinderärzte sollten bei ihren Patienten zudem verstärkt auf Anzeichen von Gelbsucht achten. In Deutschland gilt laut RKI eine Meldepflicht für die Hepatitis-Fälle unklarer Herkunft bei Kindern bis 16 Jahre.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Kind verloren?

Hier findest du Hilfe:

Fachstelle Kindsverlust, Beratung während Schwangerschaft, Geburt und erster Lebenszeit

Himmelskind.ch, für Akuthilfe und Trauerbegleitung

SIDS, nach plötzlichem Kindstod

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Mein-Sternenkind.ch, für betroffene Väter, Familien, Angehörige

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Appella, Telefon- und Onlineberatung bei früher Fehlgeburt

Pro Pallium, Trauergespräche und Trauertreffen

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

(AFP/trx)

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