Erdrutsch-Katastrophe: Fieberhafte Suche nach Verschütteten
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Erdrutsch-KatastropheFieberhafte Suche nach Verschütteten

Es ist ein verzweifelter Kampf gegen die Zeit: Nur mit Schaufeln und Hacken ausgerüstet suchen chinesische Rettungskräfte und Angehörige nach knapp 1300 Vermissten.

Bisher wurden mindestens 337 Leichen im von einem Erdrutsch verwüsteten Zhouqu, einem Kreis in der Provinz Gansu im Nordwesten Chinas, gefunden. Es wird aber wegen der vielen Verschütteten mit weit mehr Toten gerechnet. «Von meiner Familie sind noch etwa 20 da unten», sagte eine Frau, die aus einem Nachbarort herbeigeeilt war und nun auf der Suche nach ihren Eltern, ihrem Bruder und weiteren Angehörigen ist.

Eine 74-Jährige sei am Morgen lebend aus den Trümmern eines Hauses geborgen worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Frau habe sich in einem vierstöckigen Gebäude aufgehalten, welches besseren Schutz geboten habe als die vielen niedrigen Häuser, die von Schlamm- und Felsmassen zermalmt worden seien.

Lebenszeichen seien auch aus Trümmern nahe eines Tempels gedrungen, sagte Liu Junfeng, der für das Militär die Rettungsmassnahmen koordiniert. Die Geröllschicht sei dort aber zwei Meter dick.

Gefahr ist noch nicht gebannt

Lastwagen mit Hilfsgütern können wegen unpassierbarer Wege die betroffenen Gebiete nicht direkt erreichen. Dabei würden dort Wasser und Nahrungsmittel dringend benötigt, sagte ein Bewohner.

Angesichts weiterer Regenfälle drohen Dämme zu brechen, was zur Überflutung weiterer Gebiete flussabwärts führen würde, wo die Behörden bereits Tausende Menschen in Sicherheit gebracht haben.

Das Unglück von Zhouqu ist der verheerendste Erdrutsch in China in diesem Jahr. Bislang sind in China durch Regen und Überflutungen mehr als 1450 Menschen getötet worden.

(sda)

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