Fierz-Nachfolge: SVP will Genner verhindern
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Fierz-Nachfolge: SVP will Genner verhindern

Nach dem Rücktritt von Dorothée Fierz (FDP) aus der Zürcher Kantonsregierung schicken die Grünen Nationalrätin Ruth Genner ins Rennen schicken. Die SVP will einen rot-grünen Sitzgewinn verhindern.

Die Geschäftsleitung und die Wahlgruppe der Grünen gaben ihren Vorschlag am Samstag vor den Medien bekannt. Damit begann sich das Kandidaten-Karussell zu drehen. Eine ausserordentliche Mitgliederversammlung wird am 22. Mai über die Kandidatur Genner befinden.

Co-Präsident Balthasar Glättli räumte am Samstag aber ein, dass der Wahlkampf bereits auf Hochtouren laufe. Die SVP teilte am Abend mit, sie sei «angesichts der chaotischen Vorgänge» rund um Fierz' Rücktritt zu Gesprächen mit der FDP bereit. Es gelte, den rot-grünen Vormarsch zu stoppen.

Obwohl für die SVP Gespräche mit der FDP an erster Stelle stehen, brachte sie bereits eigene mögliche Kandidaten ins Spiel. Darunter sind die Nationalräte Max Binder, Bruno Zuppiger und Hans Rutschmann. Die SP wiederum kündigte an, die Unterstützung von Ruth Genner «mit Wohlwollen» zu prüfen, wie sie schrieb.

Die übrigen Parteien haben sich noch nicht festgelegt, ob und mit wem sie antreten. Die Ersatzwahl in den Zürcher Regierungsrat findet noch vor den Sommerferien Mitte Juli statt.

Präsidentin der Grünen Schweiz

Die Ersatzwahl wird nötig, nachdem die freisinnige Baudirektorin Dorothée Fierz am vergangenen Donnerstag ihren Rücktritt per sofort bekanntgegeben hat. Sie war letztlich an einem Streit mit Regierungsratskollegin Rita Fuhrer (SVP) über die Aufteilung des Tiefbauamtes gescheitert.

Mit Ruth Genner, der 50-jährigen Präsidentin der Grünen Schweiz, will die Geschäftsleitung der Grünen eines der bekanntesten Parteimitglieder ins Rennen schicken. Genner kandidierte bereits bei der Ersatzwahl von Anfang 2005 für Regierungsrat Christian Huber (SVP), war aber gegen Hans Hollenstein (CVP) erfolglos.

Die Lebensmittel-Ingenieurin sitzt seit 1998 im Nationalrat. Von 1987 bis 1997 war sie zudem Mitglied des Zürcher Kantonsparlaments. Neben Umweltfragen liegen ihr vor allem soziale Gerechtigkeit, das Gesundheitswesen und die Steuerpolitik am Herzen.

Spaltung führt zu Sitzverlust

Die Zürcher Grünen hatten mit Gesundheitsdirektorin Verena Diener schon 1995 einen Sitz in der Kantonsregierung erobert. Im Sommer 2004 spaltete sich allerdings ein Flügel der Partei ab.

Mehrere prominente Mitglieder - allen voran Regierungsrätin Verena Diener und Nationalrat Martin Bäumle - gründeten daraufhin die Grünliberale Partei. Nun wollen die Grünen die Gelegenheit ergreifen, wieder einen Sitz zu holen.

(sda)

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