Aktualisiert 04.05.2006 15:00

Fierz-Rücktritt: EVP, Grüne und SVP wetzen die Messer

Der frei werdende Sitz in der Zürcher Regierung wird der FDP nicht kampflos überlassen. Bereits haben Grüne und EVP Kampfkandidaturen gegen die FDP angekündigt. Auch die SVP schliesst eine Kandidatur nicht aus.

FDP-Präsidentin Doris Fiala wollte am Donnerstagnachmittag noch keine Namen von möglichen Anwärterinnen und Anwärtern für die Fierz- Nachfolge nennen. Es stünden der Partei genügend sehr kompetente jüngere Leute zur Verfügung. Unaufgeregt gingen die zuständigen Gremien nun an die Arbeit. Man sei nicht unvorbereitet, betonte Fiala gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die SVP, die als stärkste Partei seit den Ersatzwahlen von April 2005 nur noch mit einem Mitglied im Regierungsrat vertreten ist, hat ihren Anspruch auf den zweiten FDP-Sitz noch nicht explizit erhoben. Man werde nun das Gespräch mit der FDP suchen, sagte Alfred Heer, Präsident der SVP-Kantonsratsfraktion. Vielleicht werde ja die angeschlagene FDP ihren Sitz gar nicht verteidigen.

Grüne: Kandidatur aussichtsreich

Für die Grünen, die nach dem Übertritt von Gesundheitsdirektorin Verena Diener zu den Grünliberalen nicht mehr im Regierungsrat vertreten sind, ist klar, dass sie ins Rennen steigen. Eine grüne Kandidatur sei in der aktuellen Situation aussichtsreich, heisst es in einem Communiqué. Als viertstärkste Partei seien die Grünen motiviert, wieder Regierungsverantwortung zu tragen.

Die Partei sei gut im Zeitplan für die Nominierung, sagte Co-Präsidentin Marlies Bänziger auf Anfrage. Für die Gesamterneuerungswahlen vom April 2007 hätte die grüne Kandidatin oder der grüne Kandidat an einer Mitgliederversammlung am 21. Juni bestimmt werden sollen. Möglicherweise werde diese Versammlung nun vorverschoben, sagte Bänziger.

Aussichtsreichste Kandidatin ist Nationalrätin Ruth Genner, Präsidentin der Grünen Schweiz. Bereits von der Bezirkssektion offiziell vorgeschlagen wurde der Stadtpräsident von Illnau-Effretikon, Martin Graf. In Winterthur und Zürich hat die Basis dem Parteivorstand die Kompetenz zur Nominierung erteilt.

EVP: FDP verwirkt Anspruch auf zwei Sitze

Die EVP prüft «ernsthaft eine eigene Kandidatur», wie sie in einem Communiqué schreibt. Wie schon die SVP habe die FDP ihren Anspruch auf zwei Sitze in der siebenköpfigen Regierung verwirkt.

Die politische Mitte sei im Regierungsrat erst durch einen CVP-Vertreter eingebunden. Die EVP wolle diese Mitte nun stärken und der Polarisierung entgegenwirken. Im Mittelpunkt stünden die Winterthurer Stadträtin Maja Ingold, Kantonsrats-Fraktionschef Peter Reinhard und der Wädenswiler Stadt- und Kantonsrat Johannes Zollinger.

(sda)

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