Fussball-Game: «Fifa 19» sorgt bei Fans für Wut statt für Begeisterung
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Fussball-Game«Fifa 19» sorgt bei Fans für Wut statt für Begeisterung

Mit der Champions League sollte «Fifa 19» zum Überflieger werden. Doch die Meinungen über die Fussballsimulation gehen einmal mehr auseinander.

von
srt

Verkauft sich wohl wieder wie warme Weggli: «Fifa 19». (Video: EA)

Eigentlich kann einem EA fast schon ein wenig leid tun. Jahr für Jahr kriegt die Firma für das neue «Fifa» eins auf die Mütze. Das gleiche Spiel für immer höhere Preise, so lautet der Tenor. Und das, obwohl man sich Mühe gibt, mit Innovationen für Abwechslung zu sorgen.

Freilich ist Mitleid fehl am Platz. Noch immer ist die «Fifa»-Franchise die Cashcow für Electronic Arts schlechthin. Die Fussballsimulation verkauft sich trotz der Kritik wie warme Weggli, «Fifa 18» war letztes Jahr eines der meistverkauften Games überhaupt. Das wird dieses Jahr kaum anders sein. Zumal man mit der erstmaligen Lizenz für die Uefa Champions League einen echten Kaufanreiz anbietet, mit dem man dem Konkurrenten «Pro Evolution Soccer» gleichzeitig einen herben Tiefschlag versetzen konnte.

Nur ein besseres Update?

Dennoch: Auch «Fifa 19» sorgt bereits wieder für rote Köpfe. Wie zu erwarten war, lässt die Leier vom alten Wein in neuen Schläuchen auch diesmal nicht auf sich warten. «70 Euro für 5 neue Features», titelt etwa das Portal Gamestar.de. Und das Fazit des österreichischen «Standard» lautet: «Im Endeffekt zahlt man den Vollpreis für ein kleineres Update mit aktuellen Lizenzen.»

Tatsächlich halten sich die Innovationen im Rahmen. Rein spielerisch unterscheidet sich das Game nicht gross von der letztjährigen Ausgabe, sieht man mal von etwas mehr Realismus ab. Doch mit der Champions League, dem neuen Timed Finishing Move oder den neuen Anstoss-Modi bietet das Spiel auch formale Neuerungen, die nicht allein mit dem subjektiven Spielempfinden zusammenhängen.

Besonders witzig ist der «No Rules»-Modus. Hier können Spieler ihren Frust – auch über «Fifa 19», wenn es denn sein muss – so richtig ablassen und nach Herzenslust foulen, grätschen oder Abseitstore schiessen. Denn in diesem Modus – der Name sagt es schon – existieren keine Regeln. Sergio Ramos hätte Freude dran.

Wut auf Frauenkicker

Fanwut hat sich auch der neue Story-Modus zugezogen. Dort gibt es neben dem bekannten Protagonisten Alex Hunter zwei neue Figuren, darunter mit Kim Hunter eine Frau. Prompt warfen Mitglieder im «Fifa»-Forum dem Entwickler EA vor, sich mit diesem Schritt einfach politisch möglichst korrekt positionieren zu wollen und die wirklich nötigen Änderungen im Spiel, etwa für den angestaubten Karrieremodus, zu vernachlässigen.

Nicht zuletzt gibt es auch zahlreiche Fussballfans, die mit den Ratings ihrer Lieblingsspieler nicht wirklich happy sind. In Liverpool etwa ist der Ärger besonders gross, rangiert doch der grosse Star des Teams, der Ägypter Mohammed Salah, mit einem Rating von 88 unter jenem von derzeit eher weniger auffälligen Spielern wie etwa Paulo Dybala von Juventus Turin.

Und wie reagiert EA? Der Entwickler nimmt das Ganze offensichtlich mit Humor und hat die Diskussionen um Spieler-Ratings mit einem witzigen Videoclip aufgefangen, in dem die Stars sich selber auf die Schippe nehmen:

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